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Tour-Dritter steht unter Doping-Verdacht

Der österreichische Radprofi Bernhard Kohl vom Team Gerolsteiner ist im Nachhinein positiv auf EPO getestet worden.

Wie Stefan Schumacher ist auch Bernhard Kohl in der Tour de France nicht nur mit Mineralwasser vorneweg gefahren. Der Österreicher in Diensten des Teams Gerolsteiner wurde positiv auf das neueste EPO-Produkt Cera getestet.

Kohl hatte in der Tour de France als Gesamtdritter und Bergkönig von sich reden gemacht. Sollte die Gegenanalyse - sofern eine verlangt wird - das Ergebnis des A-Tests bestätigen, droht eine zweijährige Sperre. Der dritte Schlussrang in der Tour würde Denis Mentschow (Russ) zufallen, Gesamtsieger Carlos Sastre (Sp) würde nachträglich zum Ersten der Bergpreis-Wertung erklärt.

Nach Stefan Schumacher vor Wochenfrist wurde auch Bernhard Kohl auf Grund der nachträglichen Blutkontrolle auf Cera-Doping überführt. Riccardo Ricco hatte das gleiche Vergehen schon auf Grund der Urin-Analyse nachgewiesen werden können. Bei Leonardo Piepoli stellte die Analyse lediglich noch die Bestätigung des Vergehens dar, das der Italiener zuvor schon mündlich gestanden hatte. In der letzten Tour de France waren auch die beiden Spanier Manuel Beltran und Moises Duenas des EPO-Missbrauchs überführt worden. Positiv getestet wurde zudem auch Dimiri Fofonow; der Kasache auf ein Stimulanzmittel.

Auffällige Blutwerte

Kohl war wegen seinen auffälligen Blutwerten ins Visier der Fahnder geraten. Der Betrug des Österreichers kam durch die neuen Testmethoden der Dopinglabors Lausanne und Châtenay-Malabry ans Tageslicht. Kohl fand immerhin den Mut, seinen Teamchef Hans- Michael Holczer davon zu unterrichten, dass er Kenntnis vom positiven Befund erhalten habe. Wegen des Rückzugs des langjährigen Sponsors Gerolsteiner steht die Sportgruppe vor der Auflösung.

Während der Tour de France war Bernhard Kohl Zimmerkollege von Stefan Schumacher. Kohl bestritt zum zweiten Mal in seiner Karriere die schwerste Rundfahrt der Welt und war den Beobachtern zuvor eigentlich nur durch seinen 3. Platz im Dauphiné Libéré 2006 aufgefallen. In der Tour hatte Kohl mit seiner Leistung in der Bergankunft von Prato Nevoso beeindruckt und sich hinauf nach L'Alpe-d'Huez beinahe bis zur völligen Erschöpfung verausgaben können. Entgegen jeglicher Erwartungen hatte der Österreicher im Zeitfahren von Saint-Amanad-Montrond seinen 3. Schlussrang retten können.

Kohl dürfte neuen Job verlieren

Die Zukunft Bernhard Kohls ist ungewiss. Der Österreicher hat bei der belgischen Mannschaft Silence-Lotto einen Vertrag für die nächsten drei Jahre. Diese Vereinbarung wird durch die neuesten Ereignisse voraussichtlich hinfällig. Silence-Teamchef Geert Coemann erklärte, dass er von der positiven A-Probe erst aus den Medien erfahren habe: «Falls das Ergebnis bestätigt wird, ist der Vertrag mit Kohl hinfällig. Das ist ein ganz normaler Prozess.»

(si)

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