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Springreiter bestreitet Missbrauchsvorwürfe

EM-Teilnehmer Paul Estermann musste sich am Dienstag vor Gericht wegen Tierquälerei verantworten.

Paul Estermann, hier auf Lord Pepsi am letzten CSIO in St. Gallen, musste sich vor Gericht verantworten.
Paul Estermann, hier auf Lord Pepsi am letzten CSIO in St. Gallen, musste sich vor Gericht verantworten.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Er soll die Stute Castlefield Eclipse, mit der er an den Olympischen Spielen 2012 in London teilgenommen hatte, mehrfach gequält haben.
Er soll die Stute Castlefield Eclipse, mit der er an den Olympischen Spielen 2012 in London teilgenommen hatte, mehrfach gequält haben.
Friso Gentsch, Keystone
In erster Instanz von der Staatsanwaltschaft Sursee verurteilt, wehrt sich Estermann gegen einen Schuldspruch, seine Verteidigung fordert den Freispruch. Das Bezirksgericht Willisau hat ihn nun für schuldig gesprochen.
In erster Instanz von der Staatsanwaltschaft Sursee verurteilt, wehrt sich Estermann gegen einen Schuldspruch, seine Verteidigung fordert den Freispruch. Das Bezirksgericht Willisau hat ihn nun für schuldig gesprochen.
David Goldman, Keystone
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Die Fotos, die ein ehemaliger Pferdepfleger von Paul Estermann den Medien zugespielt hat, erschüttern jeden Tierfreund. Zu sehen war ein mit blutenden Wunden übersäter Pferdebauch.

Dieser soll der Stute Castlefield Eclipse gehört haben, die unter dem Luzerner Kaderreiter an den Olympischen Spielen 2012 in London und an der WM 2014 in Caen teilgenommen hatte. Bei der EM 2015 in Aachen gewann man Team-Bronze.

Am Dienstag stand nun der Springreiter wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz vor dem Bezirksgericht Willisau und zeigte sich nicht geständig: «Ich arbeite gerne und bin schon sehr lange mit Pferden und ganz sicher kein Tierquäler.» Er wehrte sich vor dieser Instanz gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft Sursee, die ihn im September wegen Tierquälerei verurteilt hatte. Der zuständige Richter kam am Nachmittag nach dreieinhalbstündiger Verhandlung noch zu keinem Urteilsspruch. Dieser wird in den nächsten fünf Tagen erwartet und den Parteien schriftlich eröffnet.

Verteidigung will Freispruch

Estermann war nach mehr als zweijähriger Untersuchung per Strafbefehl mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 160 Franken und einer Busse von 3600 Franken belegt worden. Zudem muss der 56-Jährige die Verfahrenskosten sowie seinen Anwalt bezahlen. Die Verteidigung forderte einen Freispruch.

Wie die Behörde in einer Mitteilung schrieb, geht sie davon aus, «dass der Beschuldigte im April 2016 in Hildisrieden die Stute mit einer Dressurpeitsche wissentlich und willentlich mehrfach heftig und übermässig gegen die Flanken und den Unterbauch schlug». Gemäss dem Schreiben soll der Beschuldigte «in analoger Weise auch ein zweites Pferd derart geschlagen und verletzt haben.» Dabei handelt es sich um Lord Pepsi.

Der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) hatte sich in dem Verfahren stets hinter Estermann gestellt und will erst im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung des Reiters «gegebenenfalls Massnahmen treffen».

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