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Sarah Meier will Mädchen-Image loswerden

Nach dem Rücktritt Lambiels ist die Bülacherin im Grand Prix 08 einzige Schweizer Vertreterin. In Peking versucht die Eiskunstläuferin ab morgen, die Basis für die Finalqualifikation zu legen.

Grand-Prix-Start: Sarah Meier startet mit neuem Mut und neuen Tönen in die GP-Saison.
Grand-Prix-Start: Sarah Meier startet mit neuem Mut und neuen Tönen in die GP-Saison.
Keystone

Er ist ein so eigenartiges wie bewährtes Konstrukt, der Grand Prix der Eiskunstläufer jeweils im Oktober und November. Sechs Stationen auf drei Kontinenten sowie den Final umfasst er; jeder Läufer und jede Läuferin wird allerdings nur zwei Wettkämpfen zugelost. Die besten sechs (Summe der beiden Punktzahlen) qualifizieren sich für den Final, der Mitte Dezember stattfindet und immerhin 45'000 Dollar pro Kategorie abwirft. Aus Schweizer Sicht und nach dem Rücktritt von Stéphane Lambiel (dessen erster Einsatz am letzten Wochenende in Ottawa vorgesehen war) beginnt die Serie erst morgen Donnerstag auf der dritten Station, EM-Silbergewinnerin Sarah Meier tritt in Peking und in zwei Wochen noch in Moskau an. Der Final wäre dann in Go-yang City in Südkorea.

Sarah Meier hat gelernt vom vergangenen Jahr, als sie als Siebte der Qualifikation den undankbaren Platz der Final-Ersatzläuferin einnahm, die zu Hause auf Pikett auf einen allfälligen Einsatz wartet. Um für den ersten Wettkampf gerüstet zu sein, hat die 24-jährige Bülacherin im Gegensatz zu 2007 Anfang Oktober an der Finlandia Trophy teilgenommen. «Damit ich einigermassen weiss, wie die Richter auf meine neuen Programme reagieren und wie sie sonstige Änderungen bewerten», sagt sie. Unter schwierigen Umständen wurde sie Dritte, sie litt nach dem Kurzprogramm unter starken Rückenschmerzen, die Kür konnte sie nur mit Medikamenten laufen und machte «noch viel Verbesserungspotenzial» aus.

Samba und Klavierkonzert

Mit ihren neuen Programmen, einem Samba in der Kurzkür (Donnerstag) und einem Klavierkonzert des chinesischen Pianovirtuosen Lang Lang in der Kür (Samstag), wird in dieser Saison eine «erdigere» Sarah Meier zu sehen sein, die sich von ihren «eher romantischen Stücken» verabschiedet hat, wie Choreografin Salomé Brunner sagt. «Ich wollte definitiv etwas anderes, und diese Programme brauchen Mut und Selbstvertrauen», sagt die Läuferin selber. Sarah Meier hat bis anhin zu sehr ein Liebliches-Mädchen-Image angehaftet, das sie nun mit einem starken Samba und einem klassischen Part loswerden könnte. «Sie hat noch andere Möglichkeiten», glaubt Brunner.

An Selbstbewusstsein mangelt es Sarah Meier nach den Spitzenergebnissen der letzten Jahre (zweimal WM-6., zweimal EM-2.) tatsächlich nicht (mehr). Ähnlich wie Lambiel ist sie im Sommer im Fernen Osten zur beliebten Showläuferin geworden, so weilte sie im Mai und Juni mehrfach in Japan und Südkorea.

Gelitten hat ihr sportliches Rendement darunter nicht, im Gegenteil. Trainerin Evi Fehr wie auch Salomé Brunner sprechen von weiteren Fortschritten, gearbeitet hat sie zweimal auch in Estland mit Alexei Mischin, dem Trainer von Olympiasieger Jewgeni Pluschenko, gearbeitet hat sie aber auch in St. Petersburg mit ihrer zweiten Choreografin, Tatjana Druchinina.

Wieder mit dem Rittberger

Entgegenkommen dürfte Sarah Meier, dass ihr im Frühherbst erstmals nach vier Jahren wieder der Rittberger gelungen ist. «Natürlich habe ich ihn sofort in beide Programme eingebaut, vom technischen Wert her ist er höher als beispielsweise der Toeloop», sagt sie. Eine Dreifach/Dreifach-Springerin wird sie allem Anschein nach jedoch nicht mehr. «Ich habe diese Kombination im Sommer geübt, auch Fortschritte gemacht, ich lief dann aber eine Zeit lang mit Schmerzen und habe deshalb wieder damit aufgehört.» In Peking werden andere diese Kombination zeigen, Sarah Meier muss für einen Spitzenplatz alles andere wunschgemäss gelingen, denn zu ihren Gegnerinnen gehören Miki Ando (Jap), die Weltmeisterin von 2007, und Yo-Na Kim (Kor), die WM-Dritte dieses Jahres.

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