Plötzlich sind sie die Topfavoritinnen

Ein Spiel hat alles verändert: An der Beachvolleyball-EM in Moskau wird von Nina Betschart/Tanja Hüberli Grosses erwartet.

Jubeln sie auch an der EM? Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli.

Jubeln sie auch an der EM? Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es braucht manchmal wenig, um im Sport Grundlegendes zu verändern. Die Saison von Nina Betschart und Tanja Hüberli war bis im Juli ordentlich – mehr nicht. Dann kam der Sechzehntelfinal an der Beachvolleyball-WM in Hamburg. Gegen die Slowakinnen Dubovcova/Strbova taten sich die beiden Innerschweizerinnen schwer, hatten vier Matchbälle im Tie-Break vergeben, ehe sie sich doch noch für die nächste Runde qualifizieren konnten. Später sollte Betschart dieses Spiel als Wendepunkt bezeichnen. «Das war für uns eine Erlösung. Kannst du als Team solche Situationen meistern, hilft dir das weiter.»

Und tatsächlich: Seither läuft es den beiden wie geschmiert. In Hamburg und eine Woche später beim 5-Stern-Turnier in Gstaad zogen sie in den Halbfinal ein, zweimal resultierte Rang 4. Letzte Woche in Wien – ebenfalls an einem Turnier der höchsten Kategorie – schafften sie es in den Viertelfinal. Nun sind Betschart/Hüberli in der Weltrangliste als bestes europäisches Team auf Rang 7 klassiert.

Zwei Topteams fehlen

Das macht sie an der EM in Moskau, die heute für die Schweizerinnen mit den Gruppenspielen beginnt, zu den Topfavoritinnen. Zumal mit Hermannova/Slukova (CZE) und Keizer/Meppelink (NED) aus Verletzungsgründen zwei Topteams Forfait erklären mussten. Überdies belegten Betschart/Hüberli vor Jahresfrist an der EM bereits Rang 2. Wobei Hüberli kürzlich meinte: «Damals standen wir nicht ganz unerwartet im Final, wir waren enttäuscht, resultierte nur Silber.» Dass sie nun als Titel anwärter Nummer 1 gelten, ist für die 23-jährige Betschart und die 26-jährige Hüberli eine neue Situation. Es wird interessant sein, wie sie damit umgehen.

Derweil geht es für Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré, das zweite von drei Schweizer Frauen-Duos in Moskau, darum, einen Schritt vorwärts zu machen. Die Klotenerin und die Bernerin haben noch nicht das Niveau erreicht, das sie vor Heidrichs Rückenverletzung hatten.

Männer in Lauerstellung

Im Aufwärtstrend befinden sich dagegen die Männer. Nico Beeler und Marco Krattiger triumphierten im Juli in Edmonton. Es handelte sich um den ersten Turniersieg eines Schweizer Duos seit 2006 und dem Erfolg von Patrick Heuscher und Stefan Kobel. Am Samstag nun zogen Adrian Heidrich und Mirco Gerson in Wien zum ersten Mal überhaupt an einem 5-Stern-Turnier in den Viertelfinal ein. Dort allerdings hatten die beiden das Pech, auf Mol/Sörum zu treffen.

Die Norweger sind im Moment das Mass aller Dinge, in Wien feierten sie bereits ihren sechsten Turniersieg in diesem Jahr. Es käme einer grossen Überraschung gleich, würden Mol/Sörum - die Titelverteidiger - am Sonntag nicht im Final stehen.

DerBund.ch/Newsnet

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