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Mörderball auf Rädern

Rollstuhl-Rugby ist die härteste Sportart der Paralympics. Nicht umsonst trug sie einst einen martialischen Namen.

Den Ball fest im Griff: Der Brite Jim Roberts wirft sich mit seinem Rollstuhl in die Scoring-Zone. (14. September 2016)
Den Ball fest im Griff: Der Brite Jim Roberts wirft sich mit seinem Rollstuhl in die Scoring-Zone. (14. September 2016)
Keystone
Blaue Wand: Der Amerikaner Chuck Aoki wird gleich von drei Franzosen bedrängt.  (14. September 2016)
Blaue Wand: Der Amerikaner Chuck Aoki wird gleich von drei Franzosen bedrängt. (14. September 2016)
AFP
Verrenkungskünstler: Der Franzose Christophe Salegui in Aktion.  (14. September 2016)
Verrenkungskünstler: Der Franzose Christophe Salegui in Aktion. (14. September 2016)
Keystone
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Mit rund 20 km/h flitzen die Protagonisten des paralympischen Turniers in Rio de Janeiro über das Parkett, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn sie mit ihren Rollstühlen ineinanderkrachen, wirken gewaltige Kräfte, und man versteht rasch, weshalb die Spieler ihren Sport Ende der Siebzigerjahre in Kanada zunächst Mörderball nannten.

Die offizielle Bezeichnung für das furchtlose Treiben hat sich seither geändert, der Charakter ist der gleiche geblieben. Neben den Zusammenstössen gehören auch Radwechsel, die flink wie in der Formel 1 ausgeführt werden, zum Standardprogramm eines Rollstuhl-Rugby-Matchs. Manchmal platzen sogar Schweissnähte an den sechsrädrigen Spezialrollstühlen auf.

Natürlich ist Rollstuhl-Rugby aber nicht nur eine wilde Keilerei auf Rädern. «Bei dieser Sportart spielen Taktik, genau einstudierte und abgesprochene Spielzüge sowie Teamgeist eine wichtige Rolle», heisst es auf der Website des Schweizer Verbandes. Da die angreifende Mannschaft den Ball innerhalb von 12 Sekunden über die Mittellinie befördern muss, ist Stillstand ein Fremdwort während der viermal 8 Minuten Spielzeit.

Speziell ausgebildete Klassifizierer stufen die Mitglieder eines Teams je nach Grad der Behinderung zwischen 0,5 und 3,5 Punkten ein. Je grösser die einschränkung, desto kleiner die Punktzahl. pro Equipe ist ein Total von 8 Zählern zugelassen.

Titelverteidiger an den diesjährigen Paralympics ist die Mannschaft aus Australien. Deren 72:45-Sieg über Gastgeber Brasilien am Donnerstag sahen rund 12'000 Zuschauer. Neben den Australiern haben die USA, Kanada und Japan noch Chancen. 2005 erschien unter dem Titel «Murderball» ein Dokumentarfilm über die Rivalität zwischen Amerikanern und Kanadiern. Die Spieler sprechen darin über Verletzungen, Komplexe und Ehrgeiz, aber auch über die Sexualität mit ihrer Behinderung.

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