«Mir stehen viele Türen offen»

Cancellara nimmt an der WM in Australien teil. Um sein künftiges Team macht der Berner aber noch ein Geheimnis.

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«Ich habe noch nirgends unterschrieben», stellte Cancellara klar. Mit diesen Worten hat der diesjährige Sieger der Flandern-Rundfahrt und von Paris – Roubaix allen Spekulationen ein vorläufiges Ende gesetzt, dass er sich dem Team Luxemburg seiner Freunde Andy und Fränk Schleck anschliesse. «Mir stehen viele Türen offen», fügte Cancellara bei, dem mehrere Angebote vorliegen. Er habe mit einem Schmunzeln all die Gerüchte über seine Zukunft verfolgt, sagte der ausgezeichnete Roller im Rückblick auf die vergangenen Tage.

«Nicht mit Riis verheiratet»

«Er sei überzeugt, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben», hielt Cancellara mit Blick auf seinen Weggang vom Team Saxo Bank fest. Seit der Saison 2006 fuhr er unter der Leitung von Bjarne Riis. «Ich habe eine gute Erfahrung gemacht und bin dankbar für die vielen Jahre. Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen getrennt und können uns bei der nächsten Begegnung in die Augen schauen. Aber ich bin nicht mit ihm verheiratet. Ich kann nicht gegen meinen Willen bei einem Arbeitgeber bleiben», erklärte Cancellara. In den Farben der von Riis geleiteten Teams CSC und Saxo Bank siegte Cancellara unter anderen in Mailand – San Remo, in der Flandern-Rundfahrt, in Paris – Roubaix, er wurde Zeitfahren- Olympiasieger und -Weltmeister, gewann die Tour de Suisse und er trug die Leadertrikots der Tour de France und der Vuelta.

«Das Herz eines Rennfahrers»

Vor dem Abflug nach Australien hinterliess Cancellara einen übernächtigten Eindruck. «Ich habe nur zwei Stunden geschlafen, weil ich mich an die Zeitumstellung gewöhnen wollte», sagte der Spezialist der Prüfungen gegen die Uhr. Dieses Detail mag zeigen, dass Cancellara die Titelkämpfe auf dem fünften Kontinent nicht auf die leichte Schulter nimmt. Zwar hatte der Berner auf seiner Website erklärt, er entscheide erst am Dienstagabend nach einem längeren Training über seine Teilnahme an der WM, innerlich hatte er aber schon vor einer Woche entschieden, auf die Jagd um die WM-Medaillen zu gehen: «Ich habe das Herz eines Rennfahrers. Da braucht es viel, um auf einen der wichtigsten Anlässe der Saison zu verzichten. Ob diese WM-Teilnahme richtig ist, kann ich erst nachher feststellen.»

Die Form sei da wie bei allen anderen Fahrern, die in der Vuelta Rennkilometer zurückgelegt hätten. Es sei alles eine Kopfsache. Es gehe nur noch darum, den richtigen Schalter zu drücken, meinte Cancellara. Für die zeitraubende Dislokation zur WM gibt es für den Berner zwei Gründe. Einerseits war er noch nie zuvor in Australien. Zudem will er als erster Radprofi mit vier WM-Titeln im Zeitfahren in die Geschichte eingehen. Zudem lockt ihn wie schon letztes Jahr bei der Heim-WM das Double Prüfung gegen die Uhr und Strassenrennen. Cancellara: «Zwei Goldmedaillen zu gewinnen, das wäre die Verwirklichung eines grossen Traums.»

si

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