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Lara Gut: «Warum sollte ich nervös sein?»

Die 17-Jährige nutzte ihr Können und ihre Unbekümmertheit zu einem hervorragenden 5. Rang im Riesenslalom von Sölden.

Lara Gut quittiert ihr Ausscheiden im WM-Riesenslalom mit einem Lächeln.
Lara Gut quittiert ihr Ausscheiden im WM-Riesenslalom mit einem Lächeln.
Keystone
Im Riesenslalom reisst Lara Gut ihre Arme für einmal nicht im Triumph in die Höhe.
Im Riesenslalom reisst Lara Gut ihre Arme für einmal nicht im Triumph in die Höhe.
Keystone
Lara Gut strahlt nach dem ersten Lauf des Riesenslaloms von Sölden.
Lara Gut strahlt nach dem ersten Lauf des Riesenslaloms von Sölden.
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Es schien ewig zu dauern, bis Lara Gut am Samstag ihren Interviewmarathon beendet hatte. Jeder und alle wollten von der jungen Tessinerin eine Erklärung für ihren überraschenden 5. Rang im Riesenslalom auf dem Rettenbach-Gletscher. Es war erst der siebte Weltcupauftritt, aber nach ihrem Exploit von St. Moritz im vergangenen Winter (3. Abfahrt/5. Super-G) blickt sie auf eine einmalige Bilanz. Und deshalb blicken alle nun auf sie.

Fast schien es so, als wolle sie sich am Samstag ein wenig verstecken. Lara Gut hatte nach dem Rennen permanent ihre Kapuze über den Kopf gezogen und erinnerte eher an einen Hobbit als an eine Rennfahrerin. Doch die Zufriedenheit liess sich nicht verbergen, dafür sorgte schon das strahlende Lachen, ihr Markenzeichen. Schliesslich hat sie mit ihrem Resultat so viele Punkte gesammelt, dass das Schweizer Frauenteam im nächsten Riesenslalom (Aspen) vier statt nur drei Startplätze hat.

Aber Lara Gut wirkte keineswegs überschwänglich, eher redete sie davon, dass sie vor allem ein Ziel hatte: den zweiten Lauf zu erreichen. Nun, als Vierte aus dem ersten Durchgang gelang ihr dies trotz hoher Startnummer geradezu sensationell gut. Als Lara Gut ihre zurückhaltenden Erklärungen abgab, stand Pauli Gut, Vater und Trainer, nicht weit entfernt und hörte zufrieden zu. Später sprach er davon, wie wichtig es nun sei, vernünftig zu bleiben und ganz genau zu planen, welche Rennen die Tochter bestreiten werde: «Wir bleiben unserem Weg treu, die nächsten zwei, drei Jahre sind Aufbaujahre.»

Lara Gut, waren Sie nervös vor dem zweiten Lauf? Immerhin starteten Sie als Vierte mit Chancen aufs Podest. Warum sollte ich nervös sein? Ich hatte mein Ziel erreicht und war im zweiten Lauf. Nun ging es nur noch darum, nicht auszuscheiden.

Sie sind also taktisch gefahren? Na ja, ich habe sicherlich nicht das ganz grosse Risiko gesucht.

Also haben Sie ein wenig gebremst. Nein, das macht keinen Sinn. Wer bremst, der ist draussen. Ich bin nur etwas weniger direkt in die Tore gefahren.

War das mit Ihrem Vater so abgesprochen? Wir kennen uns schon so lange, wir wissen, wie wir funktionieren. Vor dem zweiten Lauf haben mich mein Vater und Mauro (Pini, der zweite Haupttrainer von Gut) vor allem auf die Verhältnisse auf der Strecke vorbereitet.

Nach dem Rennen sind Sie direkt zur Spanierin Maria Rienda Contreras gegangen. Haben Sie sich Tipps geholt? Ich habe ihr gratuliert. Wir haben früher oft miteinander trainiert, dank ihr kann ich überhaupt Riesenslalom fahren. Und sie hat mit Rang 16 nach zweijähriger Verletzungspause ein starkes Comeback gefeiert.

In diesem Sommer haben Sie immer wieder mit Männern trainiert. Ja, das ist eine gute Herausforderung, hier lerne ich viel. Ich war mit Massimiliano Blardone unterwegs, ich war beim Schweizer Männerteam.

Von wem konnten Sie mehr lernen: von Blardone oder Daniel Albrecht? Max hat sehr viel mit mir geredet, hat mich pausenlos korrigiert und gezeigt, was ich falsch gemacht habe. Mit ihm kann ich Italienisch reden, mit dem Walliserdeutsch von Dani habe ich manchmal noch etwas Mühe (sie lacht).

Nun gehen Sie mit Ihrer Familie eine Woche in die Ferien. Ja, ich habe viel trainiert und fühle mich müde. Wir fliegen deshalb nach Sharm-el-Sheikh.

Zum Tauchen? Sicher nicht. Ich werde eine Woche lang nur am Strand liegen und die Sonne geniessen.

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