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Lara Gut attackiert Swiss-Ski

Die beste Schweizer Skirennfahrerin ärgert sich über das Kleiderdiktat des Verbandes und wehrt sich gegen den Vorwurf, sie sei eine Egoistin.

Drei Männer und eine Rebellin: Carlo Janka, Didier Cuche, Lara Gut und Silvan Zurbriggen (v.l.) sind die Aushängeschilder von Swiss-Ski.
Drei Männer und eine Rebellin: Carlo Janka, Didier Cuche, Lara Gut und Silvan Zurbriggen (v.l.) sind die Aushängeschilder von Swiss-Ski.
Keystone

Beim Fotoshooting für die kommende Ski-Saison, die am Wochenende mit zwei Riesenslaloms im österreichischen Sölden beginnt, strahlte Lara Gut, als habe sie soeben eine Goldmedaille gewonnen. Dabei steht es zwischen Swiss-Ski und der Ausnahmeathletin aus dem Tessin noch immer nicht zum Besten.

Erst am Samstag unterschrieb Gut den Vertrag, der unter anderem regelt, in welchem Mass sie die Verbandssponsoren zur Schau tragen muss und wann sie ihre persönlichen Geldgeber ins Rampenlicht rücken darf. Die Vereinbarung habe sie nur unterzeichnet, um keine Sperre für Sölden zu riskieren. Und um nicht schon vor dem ersten Rennen Unruhe ins Schweizer Team zu tragen. Genau das hat Gut mit ihrer öffentlichen Kritik nun aber getan.

Während Swiss-Ski den Standpunkt vertritt, dass die Verbandssponsoren auch für die gesamte Nachwuchsförderung und damit für die Zukunft des Schweizer Skirennsports sorgen, sucht Gut nach Quellen zur Finanzierung ihres Privatteams. Dieses kostet pro Jahr rund eine halbe Million Franken. So erschien die 20-Jährige am Montag zu ihrer Pressekonferenz nicht im Outfit des Nationalmannschafts-Ausrüsters Descente, sondern in Kleidung ihres Sponsors Kjus.

«Es ist nicht wahr, dass ich den Verband nicht unterstützen will»

In Guts Augen gibt es einen klaren Unterschied zwischen ihren Auftritten als Mitglied des Swiss-Ski-Kaders und als eigenständige Athletin. «Es ist nicht wahr, dass ich den Verband nicht unterstützen will, ich bitte lediglich um die Möglichkeit, für meine Partner Werbung machen zu können», erklärte sie gegenüber der Westschweizer Zeitung «Le Matin». Im Sommer zum Beispiel bezahle sie selbst für ihr Training und wolle dann auch ihre Geldgeber gebührend präsentieren können. Dass man sie deswegen als egoistisch und arrogant darstelle, schmerze sie.

«Ich fahre die Resultate ein, nicht Swiss-Ski»

«Ich bin Skirennfahrerin, ich fahre die guten Resultate ein, nicht Swiss-Ski», erklärte Gut weiter. Natürlich verdanke sie einen Teil des Erfolges dem Verband, dieser habe aber im Gegenzug auch die Möglichkeit, mit ihrem Bild zu werben. Sie werde dafür finanziell nicht entschädigt, Swiss-Ski verbiete ihr aber, ihre Rechte wahrzunehmen. «Das macht keinen Sinn. Deshalb würde ich das Reglement gerne ändern.»

Sportlich will sich Gut ganz in den Dienst der Ski-Nation stellen. «Ich werde in diesem Jahr alle Rennen bestreiten, auch die Slaloms. Das sind zehn zusätzliche Rennen», gab sie zu Protokoll. Die kommende Saison soll ein Testlauf für 2013 werden. Dann peilt die Tessinerin den Sieg im Gesamtweltcup an. Das Verhältnis zu ihrem früheren Privattrainer Mauro Pini, der nun als Chefcoach bei Swiss-Ski arbeitet, sei gut, versicherte sie, ihr Optimismus nach dem gelungenen Training in Argentinien gross.

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