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Lance Armstrong droht seinen Kritikern

Der siebenfache Tour-de-France-Sieger greift die deutsche Radsport-Hoffnung Linus Gerdemann scharf an. Der hatte das geplante Comeback des umstrittenen Amerikaners kritisiert.

Der Radsport kommt auch am Ende der Saison nicht zur Ruhe und dreht den Zeiger in die dunkle Dopingzeit zurück. Armstrong, der im Januar bei der Tour Down Under in Australien im Trikot von Astana sein Comeback feiert, will danach auf dem Weg zum Giro unter anderem bei fast allen Frühjahrs-Klassikern sowie der Kalifornien-Rundfahrt antreten.

Die Vorberhalte von Gerdemann

Armstrong, der 2009 nach dreijähriger Pause wieder aufs Rad steigt, geriet in den letzten Tagen unter Beschuss. Gerdemann gilt als Vorzeigeathlet der neuen Fahrergeneration. Er trug an der letzten Tour der France einen Tag lang das Gelbe Trikot. Bei seiner Präsentation vor einer Woche in Dortmund hatte der Deutsche zur geplanten Rückkehr von Armstrong erklärt: «Seine Rückkehr ist nicht unbedingt hilfreich für die Glaubwürdigkeit des Radsports. Ich werde oft gefragt, ob Armstrong nicht schädlich sei für den Neuanfang – aber wem schenken die Medien denn die meiste Aufmerksamkeit? Leuten von früher. Armstrong füllt Titelseiten, während man die Namen von jungen Fahrern, die sich klar gegen Doping positionieren, im Ergebnisteil der Zeitung mit der Lupe suchen muss.»

Der Texaner schlägt zurück

Gegen Armstrong waren 2005 nach dessen Rücktritt schwere Doping-Anschuldigungen erhoben worden. Die französische Sportzeitung «L'Equipe» hatte dem Texaner damals Epo-Doping in sechs Fällen vorgeworfen und sich auf die Auswertung tiefgefrorener Proben von 1999 berufen. Auch frühere Mitfahrer in Armstrongs Team US Postal hatten in Interviews wenig Zweifel aufkommen lassen, dass in der Mannschaft gedopt worden war.

Armstrong sagte bei einem Zeitfahrtest am Dienstag in San Diego über den Deutschen: «Wer überhaupt ist Gerdemann? Er sollte sich wünschen, in einer Ausreissergruppe lieber nicht mit mir zusammen zu fahren, denn ich kann noch verdammt schnell fahren.» Schwere Meinungsverschiedenheiten mit dem Amerikaner hatte 2004 bei der Tour de France auch der italienische Profi Filippo Simeoni, der den Texaner in einem Prozess des Dopings bezichtigt hatte. Armstrong unterband im Juli 2004 persönlich einen Ausreissversuch Simeonis, bedrängte und bedrohte ihn.

Nur nicht zu viel Polemik

Gerdemann hielt sich in der Folge mit weiterer Kritik zurück: «Ich sage dazu jetzt nichts. Ich will kein Benzin ins Feuer giessen.» Armstrong, der wohl gemerkt hat, dass sein Comeback vor allem bei den jüngeren Radprofis nicht auf grosses Wohlwollen trifft, krebst jetzt selbst zurück. Er sei sich bewusst, dass es bei seiner Rückkehr zur Tour viele Spannungen geben würde. Das werde sich aber legen, weil er sein Comeback völlig transparent gestalten wolle. Alle teaminternen und offiziellen Dopingtests sollen auf der Internetseite seines Teams veröffentlicht werden.

Ob ihm das helfen wird, seine Glaubwürdigkeit zu verbessern, ist zu bezweifeln.

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