Kaltes Blut in heisser Umgebung

Floorball Köniz demonstriert im Cupfinal gegen GC seine Konterqualitäten. Beim ersten Titel seit 2008 brillieren Goalie Samuel Thut und die nominell dritte Linie.

Das dritte der sieben Könizer Tore im Cupfinal: Jonas Ledergerber setzt den Ball zum 3:0 ins Tor.

Das dritte der sieben Könizer Tore im Cupfinal: Jonas Ledergerber setzt den Ball zum 3:0 ins Tor.

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Es war der Abend von Samuel Thut, ­welcher Ende Saison ins zweite Glied ­zurücktritt. Der 29-jährige Nationalgoalie hielt Floorball im ersten Drittel und zu Beginn des zweiten Abschnittes, als die Grasshoppers zweimal in Überzahl spielen konnten, nahezu alles, was an Schüssen auf sein Tor geflogen kann. Pascal Meiers Erfolgsquote war da schon weit bescheidener. Schmocker, Zaugg und Ledergerber überwanden den reputierten GC-Torhüter noch bevor der diesjährige Cupfinal 10 Minuten alt war. Ohnehin war es für den 25-Jährigen ein reichlich frustrierender Abend. Beim fünften Gegentor war ihm für einen Moment die Sicht verdeckt, beim 6:1 lenkte er Anteners Weitschuss mit der Hand ins eigene Tor ab.

Was vor der Begegnung kaum jemand für möglich gehalten, war nach 40 Minuten Tatsache: Floorball Köniz hatte dem spielerisch starken Gegner wohl häufig den Ball überlassen, doch meistens nur dort, wo keine direkte Gefahr drohte. Was die Zürcher noch mehr zermürbte als das disziplinierte Abwehrspiel, war die Könizer Effizienz im Abschluss. In dieser Hinsicht verdiente sich die dritte Linie mit Captain Kaspar Schmocker, David Müller, Nationalstürmer Emanuel Antener, Oliver Schmocker und dem erst 17-jährigen Jan Zaugg Bestnoten. Vorkämpfer Schmocker lenkte den Match schon früh mit einem beherzten Vorstoss in die von den Könizern gewünschte Richtung. Der Verteidiger war auch beim 2:0 und beim 4:1 kurz vor der ersten Drittelssirene direkt beteiligt, wo er als zweitletzter respektive letzter Passgeber fungierte.

«Wenn schon gehört diesem Quintett die Krone und nicht mir», sagte Thut, welcher als bester Spieler ausgezeichnet wurde. Als einer von ganz wenigen war er beim letzten Könizer-Cuptriumph (2008) mit von der Partie gewesen. ­Krönen möchte Thut seine lange Karriere mit dem Meistertitel. Es wäre ein schönes Abschiedsgeschenk für den Goalie, der ab nächster Saison nur noch in der 3. Liga-Equipe mitmachen wird – notabene als Stürmer. «Das habe ich mit dem Coach ausgehandelt am Samstagabend.»

Berliats Handschrift

Der Erfolg von Köniz hat verschiedene Väter. Der Wichtigste ist ­Trainer René Berliat, ein Unihockeyaner der ersten Stunde, der über hohe Ausbildner­qualitäten verfügt und der den bald 20-jährigen Club geprägt hat wie kaum ein anderer. Berliat will Erfolg ­haben mit Spielern, die die Floorball-Nachwuchsschule durchlaufen haben. So erstaunt es nicht, lassen sich die Auswärtigen im ­aktuellen Kader an weniger als einer Hand abzählen (Jens Frejd, Christian Kjellman, Raphael Berweger).

Der Bund

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