«Hätten weder EM- noch WM-Titel»

Der neuerlich verhaftete Eufemiano Fuentes hat offenbar im Gefängnis mit seinem Wissen geprahlt. In die jüngste Dopingaffäre sollen nicht nur Spanier und nicht nur Leichtathleten involviert sein.

Umstrittener Arzt: Eufemiano Fuentes (Mitte) soll erneut Athleten beim Doping unterstützt haben.

Umstrittener Arzt: Eufemiano Fuentes (Mitte) soll erneut Athleten beim Doping unterstützt haben.

(Bild: Reuters)

Der neue Dopingskandal in Spanien scheint internationale Ausmasse anzunehmen. Die spanische Zeitung «El Pais» berichtete, die Polizei habe Hinweise gefunden, dass «nicht nur Leichtathleten und nicht nur Spanier» von der Operacion Galgo (Windhund) betroffen seien.

Der Dopingarzt Eufemiano Fuentes soll am Wochenende mit seinem Wissen geprahlt haben. «Wenn ich rede, hätten wir weder den EM- noch den WM-Titel im Fussball», erzählte Fuentes laut der Zeitung «El Mundo» den Mitinsassen einer Zelle, während er am Sonntag darauf wartete, von der Ermittlungsrichterin verhört zu werden. Am Ende kamen er und fünf weitere Verdächtige unter Auflagen auf freien Fuss. Sie wurden aber des Handels mit verbotenen Substanzen beschuldigt.

Blutdoping nachgewiesen

In der Zwischenzeit hat sich auch der Präsident des spanischen Leichtathletik-Verbandes RFEA zu Wort gemeldet. «Ich bin auch ein Opfer dieser Affäre. Diejenigen, die mein Vertrauen missbraucht haben, werden ihre gerechte Strafe erhalten», sagte Jose Maria Odriozola am Montag an einer Pressekonferenz. Darüber hinaus stände ein Rücktritt von seinem Amt für ihn nicht zur Diskussion. Odriozola betonte zudem, der Verband habe nicht gewusst, dass Fuentes Spaniens erfolgreichste Leichtathletin Marta Dominguez betreute.

Odriozola bestätigte, dass der Verband den gebürtigen Äthiopier Alemayehu Bezabeh nach einem Dopinggeständnis am Wochenende von der Crosslauf-EM ausgeschlossen hat. Der 24-jährige Europameister von 2009 habe zugegeben, dass er von der Polizei beim Eigenblutdoping ertappt wurde. Bezabeh wird wie viele andere Athleten von Manuel Pascua betreut. Der Trainer ist einer der Beschuldigten in dem Skandal.

Am vergangenen Donnerstag hatte die spanische Polizei 14 Verdächtige, darunter auch Fuentes und die aktuelle Hindernis- Weltmeisterin Dominguez, festgenommen. Sechs Personen waren am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt und danach unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt worden. Den Verdächtigen drohen wegen des Handels mit Dopingmitteln und «Verstosses gegen die allgemeine Gesundheit» bis zu zwei Jahre Haft.

si

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