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Paul Estermann nicht mehr im Schweizer Elite-Kader

Nach dem Schuldspruch des Bezirksgerichts Willisau wegen Tierquälerei hat der Springreiter erklärt, auf die Kaderzugehörigkeit zu verzichten.

Vorerst ausgesprungen: Paul Estermann, hier auf Lord Pepsi.
Vorerst ausgesprungen: Paul Estermann, hier auf Lord Pepsi.
Gian Ehrenzeller, Keystone

Paul Estermann verzichtet per sofort auf seine Zugehörigkeit zum Schweizer Elite-Springkader. Dies obschon sein Anwalt die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Willisau angemeldet hat und nach dem Studium der Urteilsbegründung – welche voraussichtlich erst in ein paar Wochen vorliegen wird – mit seinem Mandanten entscheiden wird, ob an der Berufung festgehalten wird und das Urteil an die zweite Instanz weitergezogen wird. In Luzern wäre dies das Kantonsgericht, eine eventuelle dritte und letzte Instanz wäre das Bundesgericht.

Mit diesem Schritt möchte Estermann dem Pferdesport und dem Schweizerischen Verband für Pferdesport (SVPS) helfen und gewährleisten, dass sich die Schweizer Springreitequipe störungsfrei auf die neue Saison vorbereten kann, die im Sommer mit den Olympischen Spielen von Tokio ihren Höhepunkt findet. Der Austritt aus dem Kader bedeutet auch dass Estermann vorläufig nicht mehr für die Schweizer Equipe an Nationenpreisen und Championaten starten wird. Charles Trolliet, der Präsident des SVPS, begrüsst den Entscheid: «Wir sind zufrieden und erleichtert, dass Paul Estermann vorläufig nicht mehr im Kader ist. Dadurch wird die Situation für den Rest des Teams klarer.» Erst im Oktober war Estermann - trotz Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft Sursee - ins Olympiakader aufgenommen worden.

An nationalen und internationalen Wettkämpfen kann der 56-Jährige aus Hildisrieden hingegen weiter teilnehmen. Aufgrund der geltenden Unschuldsvermutung sieht der SVPS aktuell von allfälligen verbandsinternen Sanktionen ab. «Wir haben nicht mehr Informationen als die Medien», sagt Trolliet, «wir müssen uns auf die Fakten abstützen und können so den Fall erst später schlüssig beurteilen.»

Paul Estermann hat auch bekannt gegeben, dass er auf eigenen Wunsch nicht am CHI Genf vom 12. bis 15. Dezember 2019 und dem CSI Basel vom 9. bis 12. Januar 2020 teilnehmen wird.

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