Vom Hirntrauma-Patienten zum Surf-Champion

Nach einem Hirntrauma beeindruckt der australische Surfer Owen Wright bei seinem Comeback nicht nur Kelly Slater.

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Die märchenhafte Geschichte geht weiter. Vor 15 Monaten erlitt der australische Surfprofi Owen Wright auf Hawaii ein Hirntrauma, als er von einer Welle verschluckt wurde. Lange war unklar, ob er jemals wieder surfen kann, geschweige denn als Profi.

Beim ersten Surfwettkampf des Jahres an der australischen Ostküste stellte sich heraus, dass Wright es noch kann. Und wie. Er siegte bei seiner Rückkehr auf die Profitour. Eine extreme Leistung, wenn man bedenkt, dass Wright das Surfen praktisch neu lernen musste. «Anfangs konnte ich im Wasser nicht aufstehen, da lag ich nur auf dem Brett», sagte Wright vor seinem Comeback.

«Ich sprach vor kurzem mit Owens Vater, und er sagte mir, dass er sich anfangs nicht sicher war, ob Owen jemals zurückkommen würde», erzählt der 11-fache Weltmeister Kelly Slater, «Jetzt ist er zurück und surft, als wäre er nie weggewesen. Das ist unglaublich!»

Emotionales Siegerinterview

Im Final an der Gold Coast traf der 27-jährige Wright auf einen seiner besten Freunde, Matt Wilkinson. Dieser sagte zu Beginn des Events: «Wir treffen uns im Final.» Und so kam es: Wright besiegte im Halbfinal Gabriel Medina, den Weltmeister von 2014. Wilkinson den aktuellen Weltmeister John John Florence.

Wright behielt im letzten «Heat» des Tages das bessere Ende für sich, was ihm wohl jeder der Beteiligten gönnte. «Du bist die einzige Person, gegen die ich verlieren und trotzdem glücklich sein kann», sagte sein australischer Landsmann beim Interview kurz nach der letzten Welle.

Von den Liebsten auf den Schultern getragen. Bild: Keystone

Als der 1.90 grosse Wright bereitstand zum Siegerinterview, übermannten ihn die Emotionen. Seine Schwester Tyler Wright umarmte ihn herzlich, beide weinten. Sie, die im Jahr zuvor die Frauentour gewann und den Titel ihrer Familie widmete.

Während des Interviews kamen etliche Wegbegleiter zu Wright und gratulierten zu seinem fantastischen Comeback. «Im Februar sass ich noch beim Arzt, und es war nicht sicher, ob ich bei diesem Event dabei sein könnte. Ich habe hart gearbeitet und es geschafft», sagte Wright. Erst Mitte dieses Monats konnte der junge Vater wieder richtig zu trainieren beginnen.

Vor dem Saisonstart wurde er nach seinem Wunsch für die diesjährige Tour gefragt. Wrights Antwort passt heute perfekt: «Ich will einen Wettkampf gewinnen, wenn meine Partnerin Kita Alexander und mein kleiner Sohn dabei sind. Sie lachen zu sehen, wäre wunderbar.»

Sein Wunsch ging in Erfüllung. «Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau. Eine unglaubliche Reise, auf der wir bisher waren. Lass uns mit vielen speziellen Momenten weitermachen», dankte Wright seiner Freundin später auf Instagram.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2017, 14:50 Uhr

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