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Ein «Schweizer» Sieger in Gstaad

Der in der Schweiz geborene Amerikaner Phil Dalhausser und sein Partner Nicholas Lucena gewinnen das World-Tour-Turnier in Gstaad. Bei den Frauen verpassen Heidrich und Vergé-Dépré das Podest.

Der Amerikaner Phil Dalhausser gegen den Polen Bartosz Losiak.
Der Amerikaner Phil Dalhausser gegen den Polen Bartosz Losiak.
Anthony Anex / Keystone

?Vor einem Jahr hatten sich Phil Dalhausser/Nicholas Lucena im Final von Gstaad noch den Brasilianern Pedro Solberg/Evandro geschlagen geben müssen. Nun klappte es mit dem Triumph im zweiten gemeinsamen Anlauf. Die als Nummern 3 gesetzten Dalhausser und Lucena, die seit zwei Jahren ein Team bilden, gaben in den sieben Spielen keinen Satz ab.

Während Lucena im Berner Oberland erstmals triumphierte, durfte Dalhausser bereits zum vierten Mal eine Kuhglocke für den Sieger entgegennehmen. Eine (bei den Spielern sehr begehrte) Glocke als Souvenir erhalten in Gstaad alle Spielerinnen und Spieler, die den Sprung auf das Podest schaffen.

Der 37-jährige Dalhausser ist als Sohn einer Schweizerin in Baden geboren, ehe er in seinem zweiten Lebensjahr mit seinen Eltern in die USA auswanderte. Der Olympiasieger von 2008 war in Gstaad 2007 mit Todd Rogers Weltmeister geworden. Zudem siegte er 2010 (mit Rogers) und 2014 (mit Sean Rosenthal). Zusammen mit Lucena hat der 205 cm grosse Blocker nun schon sieben Turniere gewonnen, zwei davon in diesem Jahr.

Fehlende Energie

Bei den Frauen mussten Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré einer starken Turnierwoche am Samstag eine grosse Enttäuschung verarbeiten. Nach zwei Niederlagen am Finaltag beendeten sie das Major-Turnier auf dem undankbaren vierten Rang. «Wenn man uns vor dem Turnier den Halbfinal angeboten hätte, dann hätten wir sicher unterschrieben. Aber natürlich sind wir sehr enttäuscht, dass wir das Podest verpasst haben», fasste die Bernerin Vergé-Dépré ihre ­Gefühlslage zusammen.

Verloren sie den Halbfinal gegen die späteren Turniersiegerinnen Chantal Laboureur/Julia Sude nach einem weiteren Krimi noch knapp in drei Sätzen, blieben sie im Spiel um Platz 3 gegen die Kanadierinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes beim 15:21, 12:21 chancenlos. Die Energie sei ihnen etwas ausgegangen, so Vergé-Dépré.

Zweimal hatten Heidrich/Vergé-Dépré im Lauf des Turniers ein Dreisatz-Spiel in extremis für sich entschieden. Im dramatischen Halbfinal aber schlug das Pendel nach einem vergebenen Matchball beim Stand von 21:20 im zweiten Satz in die andere Richtung aus. Fünf Matchbälle vermochten die Zürcherin und die Bernerin im Tiebreak abzuwehren, ehe sie sich geschlagen geben mussten. «Es waren zwei völlig unterschiedliche Spiele», blickte Vergé-Dépré auf den Tag zurück. «Der Halbfinal hätte auch zu unseren Gunsten ausfallen können. Das war im Bronze-Spiel dagegen nicht der Fall.»

Wertvollstes Ergebnis

Der enttäuschende Abschluss widerspiegelt das Gezeigte in dieser Woche nicht. Heidrich und Vergé-Dépré bilden erst seit dieser Saison ein Team. Letztere liess sich zudem zur Defensivspielerin umschulen. Entsprechend befinden sie sich noch in der Findungsphase. Der erste Halbfinal-Einzug an einem Anlass der höchsten Kategorie im fünften World-Tour-Turnier darf deshalb als grosser Erfolg abgebucht werden. «Nächste Woche werden wir sicher zurückblicken und sagen, ‚Chapeau’, was wir hier geleistet haben», so die enttäuschte Heidrich. Und auch ihre Partnerin blickte bereits wieder zuversichtlich nach vorne: «Drei Turniere in Folge schlossen wir nun mindestens im Viertelfinal ab. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und dies müssen wir mitnehmen für die nächsten Wochen.»

Bereits heute fliegen Heidrich/Vergé-Dépré in die USA, wo sich in Long Beach an einem Exhibition-Turnier die besten acht amerikanischen Teams mit acht «internationalen» Topteams messen. Danach folgen das Vier-Sterne-Turnier im polnischen Olsztyn und Ende Juni als Saisonhöhepunkt die WM in Wien.

SDA/nj

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