Ein nicht ganz freiwilliger Neustart

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte verpflichtete Floorball Köniz drei ausländische Spieler. Nach der verpatzten letzten Saison wird um den Meistertitel gespielt.

Auf die Tore von Emanuel Antener muss Köniz künftig verzichten.

Auf die Tore von Emanuel Antener muss Köniz künftig verzichten. Bild: Thomas Hodel

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Wie wird eine verkorkste Saison am besten vergessen gemacht? Klar, mit einem Neustart. Einen solchen hatte Floorball Köniz im Frühling bitter nötig. Aber eigentlich blieb dem Verein ja auch gar nichts anderes übrig, als von vorne anzufangen.

Seinen Lauf genommen hatte das Ungemach bereits im letzten Oktober. Christian Kjellman, Schwede im Dienste der Könizer, musste am Herz operiert werden, er erhielt zwei künstliche Herzklappen und konnte erst nach einem Monat nach Hause. Die Saison war für ihn selbstredend zu Ende, und ohne seinen Sturmpartner konnte auch der zweite Ausländer, Jens Frejd, nicht an seine starken Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Damals war Floorball Köniz Cupsieger geworden, hatte die Liga dominiert, war im Superfinal aber überraschend GC unterlegen. Die Nerven hatten im entscheidenden Moment versagt. Nur fünf Pflichtspiele hatte der Club während der gesamten Spielzeit verloren (von insgesamt 38) – eines zum dümmstmöglichen Zeitpunkt.

Ohne Kjellman und mit einem schwachen Frejd erreichte Köniz im Frühjahr 2017 schliesslich nur den sechsten Rang in der Qualifikation, in der ersten Playoff-Runde folgte das frühe Out – gegen GC. Emanuel Antener verletzte sich im dritten Spiel der Serie (Oberarmbruch), ohne ihn zerfiel die Mannschaft, und das Kader erwies sich endgültig als zu wenig breit. Nach der Saison verliess Kjellman den Club, Frejd und Antener traten vom Spitzensport zurück – mit ihnen Nino Wälti, ein langjähriger Leistungsträger der Könizer. Ein Neustart war unumgänglich.

Für gewöhnlich ist Köniz auf dem Transfermarkt zurückhaltend, «aufgrund der gewichtigen Abgänge mussten wir aber handeln», sagt Sportchef Heinz Zaugg. «Wir hatten aus der abgelaufenen Saison gelernt», spricht er das damals zu dünne Kader an. «Ursprünglich wollten wir nur Kjellman und Frejd ersetzen, dann trat Antener zurück.» Und so wartete sein Verein mit einer Premiere auf: Erstmals in seiner Geschichte engagierte er drei ausländische Spieler.

Zum einen Patrik Doza (23), einen tschechischen Nationalspieler vom Typ Spielmacher, in der letzten Saison Meister in seiner Heimat und Topskorer mit Punkterekord. Dass Spieler seines Formats den Weg in die Schweiz finden, ist eher ungewöhnlich – normalerweise landen sie in der Superligan in Schweden, der besten Liga der Welt. Dorthin hatte Doza bereits als 19-Jähriger gewechselt.

Impulse von den Neuen

Des weiteren stiessen mit Hampus Dargren und Jesper Johansson zwei Schweden zu Köniz, ein 27-jähriger Stürmer mit gutem Schuss als Antener-Ersatz und ein 31-jähriger Verteidiger mit Leaderqualitäten. Beide spielten bislang in ihrer Heimat in der höchsten Spielklasse, gemeinsam wagen sie ihr erstes Auslandabenteuer. Impulse von aussen, von neuen Spielern – es sind jene Faktoren, die Köniz vor einem Jahr und nach seiner Beinahe-Meistersaison vermisst hatte, als die Zuzüge ausblieben, und jene Aspekte, die jetzt zum Neubeginn beitragen sollen. Morgen eröffnen die Berner gegen Meister Wiler-Ersigen die Saison – eine Saison, an deren Ende sie ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen. Dank des breiteren Kaders, dank des Neustarts. (Der Bund)

Erstellt: 14.09.2017, 06:42 Uhr

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