Ehrgeizige Berner OL-Fraktion

Mit den Titelanwärtern Judith Wyder, Daniel Hubmann und Matthias Kyburz sowie vielen Neulingen sind die Berner an der OL-EM in Tschechien erstklassig vertreten.

Judith Wyder will an der EM wieder ganz vorne mitlaufen.

Judith Wyder will an der EM wieder ganz vorne mitlaufen. Bild: Swiss Orienteering / Remy Steinegger/Keystone

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Sechs Medaillen hat die Schweizer Teamleitung als Ziel für die kontinentalen Titelkämpfe mit den neun Entscheidungen ab Samstag in Jelinek ausgegeben. Keine utopische Vorgabe, hat doch das Team vor zwei Jahren in Portugal mit sieben Edelmetall-Auszeichnungen, fünf davon in Gold, brilliert. Mit Judith Wyder (zweimal Einzelgold und Staffelgold), Daniel Hubmann (zwei Einzeltitel) sowie den beiden Sprint-Dritten Julia Gross und Martin Hubmann sind die damaligen Erfolgsträger erneut dabei.

Ob die Erfolgsgeschichte eine Fortsetzung erhält, dürfte insbesondere von den Berner Teammitgliedern abhängen. Allen voran von Judith Wyder. Die bald 28-Jährige aus Zimmerwald sorgte an der EM 2014 mit ihren (Gold-)Läufen für Euphorie. Als «Nachfolgerin von OL-Überfliegerin Simone Niggli» war sie danach gehandelt worden. Doch letztes Jahr sorgten gesundheitliche Probleme (Rücken) für einen herben Rückschlag. Nun ist die Zuversicht zurückgekehrt. «Ich will wieder vorne mitlaufen», sagt sie. Physisch fühlt sie sich bereit. Die Bestätigung erhalten hat sie diesbezüglich kürzlich bei den Weltcup-Rennen in Polen. Und auch was den Rücken betrifft, zeigt sie sich optimistisch: «Meine Problemzone braucht Zeit, doch ich weiss, was zu tun ist.» Wie die andern Nationalteam-Mitglieder beteiligte sich Wyder am EM-Vorbereitungskurs in Tschechien. Erste Priorität schenkt sie in dieser Saison aber den Weltmeisterschaften Ende August in Schweden. Um sich diesbezüglich eine optimale Vorbereitung zu ermöglichen, ist sie Anfang Jahr nach Südschweden _gezogen und trainiert dort in ihrem Göteborger Club. Die EM bezeichnet sie als «temporäre Rückkehr in Wälder, wie ich sie von der Schweiz her kenne».

Ambitionierte Zuzüger

Ebenfalls um Titel und Medaillen laufen wollen die beiden Neu-Berner Daniel Hubmann (Herrenschwanden) und Matthias Kyburz (Bremgarten). Hubmann ist Titelverteidiger über die Mittel- und die Langdistanz und gilt als weltbester Orientierungsläufer. Und im Gegensatz zu Wyder blickt er auf eine höchst erfreuliche letzte Saison mit zwei Weltmeistertiteln (Mitteldistanz und Staffel) sowie dem Weltcup-Gesamtsieg zurück. Auf dieser Topverfassung vermochte er aufzubauen. Er sagt: «Ich bin ausgezeichnet vorbereitet, und ich möchte bei meinen vier Einsätzen immer um den Titel rennen.» Speziell ist dabei eine Begebenheit aus der Vergangenheit: 2008 trainierte er, und seine damaligen Teamkollegen zur Vorbereitung der anstehenden WM just im aktuellen Laufgelände. Doch Hubmann stellte fest: «Konkrete nützliche Erinnerungen an diesen Wald kommen leider keine mehr hoch.»

Zuversicht strahlt vor der EM auch Matthias Kyburz aus. Der Sprint-Weltmeister von 2012 und Weltcup-Gesamtsieger von 2012 und 2013 hat einen konkreten Wunsch: «Ich will endlich meine erste Einzelmedaille in einer Wald-Disziplin gewinnen.» Aus diesem Grund verzichtet der 26-Jährige auf einen Einsatz in der Sprint-Staffel.

Zu den erfahrenen Berner Teammitgliedern und (Staffel-)Medaillenanwärterinnen zählen auch Sarina Jenzer (Bremgarten), die Freundin von Kyburz und Junioren-Europameisterin von 2010, sowie Sabine Hauswirth (Belp), die vor zwei Jahren Staffel-Weltmeisterin geworden ist. Zu den Routiniers zählt auch Florian Howald (Oberönz) bei den Männern. Erstmals bei internationalen Titelkämpfen dabei sind Jonas Egger (Burgdorf), Kerstin Ullmann (Nidau) und Martina Ruch (Eggiwil). Letztere, obwohl sie derzeit keinem Kader angehört.

Jesenik (CZE). EM. Programm. Finals (Männer und Frauen): Samstag, 21. Mai, 12.30 Uhr: Sprintstaffel (Mixed). – Sonntag, 22. Mai, ab 16.00 Uhr: Sprint. – Dienstag, 24. Mai, ab 12.25 Uhr: Langdistanz. – Freitag, 27. Mai, ab 14.00 Uhr: Mitteldistanz. – Samstag, 28. Mai, 10.00 Uhr: Staffel Männer. – 12.00 Uhr: Staffel Frauen. (Der Bund)

Erstellt: 20.05.2016, 07:19 Uhr

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