Doping-Razzia: Weltmeisterin und Fuentes verhaftet

In Spanien ist eine neue Dopingaffäre aufgeflogen: Bei der «Operación Galgo» steht die Leichtathletik im Zentrum. Doch auch andere Sportarten sind betroffen.

Schluss mit Jubeln: Marta Dominguez wurde während einer Razzia verhaftet.

Schluss mit Jubeln: Marta Dominguez wurde während einer Razzia verhaftet.

(Bild: Keystone)

Vier Jahre nach der «Operación Puerto», in deren Rahmen der grösste Dopingskandal der Radsportgeschichte aufgedeckt wurde, wurde der als Dopingarzt bekannt gewordene Gynäkologe Eufemiano Fuentes laut einem Bericht der Madrider Zeitung «El Pais» erneut verhaftet. Eine Überraschung ist das nicht: Bereits seit längerer Zeit kursierte das Gerücht, dass Fuentes seine Tätigkeit auf der Kanareninsel Fuerteventura wieder aufgenommen habe.

Diesmal trägt die Serie von Razzien, die in Palencia, Madrid und Las Palmas in Häusern und Wohnungen von Athleten, Trainern und Ärzten durchgeführt wurden und zu 14 Festnahmen führten, den Namen «Operación Galgo» – Windhund. Im Mittelpunkt steht nicht der Radsport, sondern die Leichtathletik. Zu den Verhafteten gehört die 3000-m-Steeple-Weltmeisterin Marta Dominguez, die wegen Schwangerschaft ihre Karriere unterbrochen hat und gegenwärtig Vizepräsidentin des spanischen Leichtathletikverbandes ist. Sie soll andere Sportler mit illegalen Substanzen versorgt haben. Ihr Comeback hatte die 35-Jährige für die Olympischen Spiele von London 2012 geplant.

Nun gibts ein Antidoping-Gesetz

Die «Operación Galgo», bei der auch ihr Trainer Cesar Perez, ihr Manager Jose Alonso Valero und Manuel Pasqua Piqueras, ein weiterer Trainer, festgenommen wurden, ist eine unmittelbare Folge der «Operación Grial» (Gral) vom November 2009. Damals war in Valencia der Arzt Walter Viru verhaftet worden. Viru hatte zu Beginn des Jahrtausends mit Fuentes für das Radteam Kelme (unter anderen mit Alejandro Valverde) gearbeitet. Virus Aussagen führten mit jenen des zweifachen Geher-Europameisters Paquillo Fernandez zu den jüngsten Razzien. Im Unterschied zur «Operación Puerto», die nach langem Verfahren im Sand verlief, wird sich das Gericht diesmal auf ein erst vor drei Jahren in Kraft getretenes Antidoping-Gesetz stützen können.

Auch in Italien gab es Dopingschlagzeilen. Dort fordert die Anti-Doping-Kommission insgesamt 22 Jahre Sperre für den fünfköpfigen Familien-Clan um den Lampre-Profi Lorenzo Bernucci, der als Wiederholungstäter (2007 wurde er als Telekom-Fahrer mit einem Appetitzügler erwischt) für sechs Jahre gesperrt werden soll. Zu den Beschuldigten gehören auch Gattin Valentina, Bruder Alessio, Mutter Antonella und Schwiegervater Fabrizio Borgioli.

(Tages-Anzeiger)

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