Der «Zorro» trifft auf den Weltbesten

Köniz trifft im Unihockey-Cupfinal (Sa 19.00) auf GC. Es ist auch das Duell zweier schwedischer Ballkünstler.

Der Könizer Jens Frejd (am Ball) behauptet sich gegen GCs Kim Nilsson – das Duell der beiden Schweden wird im Schweizer Cupfinal im Fokus stehen.

Der Könizer Jens Frejd (am Ball) behauptet sich gegen GCs Kim Nilsson – das Duell der beiden Schweden wird im Schweizer Cupfinal im Fokus stehen.

(Bild: Thomas Hodel)

Ruedi Kunz

Kim Nilsson ist die grosse Attraktion im Schweizer Unihockey. Der 1,93 Meter grosse Stürmer, der seit Sommer 2014 bei GC unter Vertrag steht, gilt als einer der Weltbesten seines Fachs. Letzte Saison holte er die Topskorer-Krone, heuer belegt er nach der Qualifikation hinter Simon Flühmann Platz zwei.

Auch punkto Lohn ist der zweifache Weltmeister Spitzenreiter – GC überweist ihm jährlich 100'000 Franken, was weit über den üblichen Dimensionen der hiesigen Unihockeyszene liegt.

Nilssons Landsmann Jens Frejd beispielsweise hätte nie von dem Geld leben können, welches er mit seinen Schweizer Arbeitgebern (Grünenmatt, Tigers Langnau, Rychenberg Winterthur und Floorball Köniz) jeweils ausmachte.

Er habe immer zwischen 50 und 80 Prozent gearbeitet, sagt der Stürmer, welcher in verschiedenen Branchen tätig war, bevor er in sein angestammtes Berufsfeld (Applikationstechniker) zurückkehrte.

Seit er im letzten Herbst erstmals Vater geworden sind, ist die Erholungszeit noch etwas kürzer geworden, weil er neben einem 80-Prozent-Job im Wohnheim Rossfeld einmal wöchentlich in die Rolle des Hausmanns schlüpft. «Wenn ich noch Training habe, sind es lange und intensive Tage», sagt Frejd.

In der Schweiz das Glück gefunden

Dreifachbelastung hin oder her: Der 30-jährige Skandinavier fühlt sich sehr wohl in der Schweiz, wo er vor ein paar Jahren auch sein Liebesglück gefunden hat. Im Moment kann er sich nicht vorstellen, irgendwann nach Schweden zurückzukehren. «Ich habe hier alles, was ich brauche.» Und auch in sportlicher Hinsicht könne er sich nicht beklagen, obwohl er meistens «bei kleineren Teams tätig war».

Floorball Köniz gehört definitiv nicht in diese Kategorie. «Ich habe noch nie in einer so starken Mannschaft gespielt», sagt Frejd. Er sei in einer Gruppe gelandet, in der es «unglaublich viele, gut ausgebildete Talente hat».

Da er als Auswärtiger schnell Anschluss fand im grossen Kreis der Einheimischen, musste er nicht lange überlegen, als es im Februar darum ging, den Ende Saison auslaufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern. «Jens’ Unberechenbarkeit hat das Team in der laufenden Saison noch stärker gemacht», ist Floorball-Sportchef Heinz Zaugg überzeugt. Er könne das Zünglein an der Waage spielen, wenn es hart auf hart gehe.

Ewig wird es den Unihockeyspieler Jens Frejd nicht mehr geben. Der Moment sei nicht mehr allzu fern, wo er seinen Fokus auf die Familie richten wolle, lässt er durchblicken. Und ihn zieht es zum Fussball zurück, der schon immer seine zweite grosse Leidenschaft gewesen ist. «Eigentlich bin ich im Fussball noch talentierter gewesen», erzählt Frejd, der mit 17 in der höchsten Juniorenliga Schwedens spielte.

Frejds «Superwaffe»

Jens Frejds Markenzeichen ist der «Zorro-Move», bei dem er den Ball in der Schaufelspitze festklemmt und mit einer schnellen Bewegung Richtung gegnerisches Tor befördert. Mit diesem Trick hat er schon Dutzende Treffer erzielt, den letzten im ersten Playoff-Viertelfinal vor Wochenfrist gegen die Kloten-Bülach Jets.

Der Zorro-Trick von Jens Frejd:

«Der Zorro-Move ist für uns eine Superwaffe, weil Jens gleich mehrere Varianten davon beherrscht», sagt Assistenztrainer Etienne Güngerich. Erlernt hat ihn Frejd im Teenageralter, als er den elterlichen Garten oder Vorplatz in Eskilstuna zum Übungsplatz für allerlei Tricks benutzte.

Sollte der 30-jährige morgen im Cupfinal den Zorro-Move auspacken und damit reüssieren, wäre ihm die Aufmerksamkeit gewiss. Viel lieber als der Applaus der Youtube-Gemeinde wäre ihm allerdings, er könnte endlich den ersten Titel auf Clubebene feiern.

Die Chancen stehen nicht schlecht, denn Floorball Köniz gilt wegen des geringen Gefälles innerhalb der drei Linien als leichter Favorit. Bei GC konzentriert sich viel auf Kim Nilsson und Nico Scalvinoni, welche diese Saison für mehr als ein Drittel aller Tore verantwortlich zeichneten.

Der Bund

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