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Der Sprintstar und sein Guru

Wie der Amerikaner Tyson Gay auf einen Anti-Aging-Spezialisten hereinfiel, positiv auf Doping getestet wurde – und nach einer Sperre von nur einem Jahr ab Juni wieder starten darf.

Schnell und naiv: Tyson Gay, hier nach seinem Sieg über 200 Meter an den US-Meisterschaften 2013 in Iowa, ist an die falschen Personen geraten.
Schnell und naiv: Tyson Gay, hier nach seinem Sieg über 200 Meter an den US-Meisterschaften 2013 in Iowa, ist an die falschen Personen geraten.
Keystone

Ausgerechnet die Mutter diente Tyson Gay als Referenz für seine Seriosität. Niemals würde sie ihm verzeihen, wenn er dopen würde, behauptete der Amerikaner. Seine Aussage schien angesichts seines eher zweifelhaften Metiers – dem 100-Meter-Sprint – ziemlich keck.

Der 31-Jährige ist mit einer Best­leistung von 9,69 Sekunden der zweitschnellste Mensch der Welt. Manch langsamerem Gegner konnte irgendwann ein Dopingvergehen nachgewiesen werden. Es erstaunte darum wenig, als ihm die US-Antidoping-Behörde Usada im vergangenen Sommer innert Kürze gleich dreimal ein anaboles Steroid nachwies. Das Urteil war rasch getroffen: Gay, dieser Heuchler, ist bloss ein weiterer Doper in einer Reihe von Betrügern in seiner Disziplin.

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