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Der Punk bezwingt den Hoffnungsträger

Der Brite Phillips Idowu schlug an den EM in Barcelona Frankreichs Nachwuchshoffnung Teddy Tamgho.

Rote Haare, Piercings: Phillips Idowu.
Rote Haare, Piercings: Phillips Idowu.

Der 31-jährige Brite Phillips Idowu band den Mann der Zukunft nochmals zurück. Der Brite stellte im vierten Umgang mit rotgefärbten Haaren und vier Piercings im Gesicht mit 17,81 m eine Bestleistung auf, die der Franzose Teddy Tamgho nicht zu kontern vermochte. Im Gegenteil: Tamgho holte mit 17,45 m Bronze, da er noch vom Rumänen Marian Oprea (17,51) überflügelt wurde. Den dritten Platz wird Tamgho gleichwohl positiv werten. Wegen Problemen mit der Wade war sein EM-Start in Gefahr geraten.

Trotz der Niederlage gehört dem Franzosen die Zukunft. 17,90 m an den Hallen-Weltmeisterschaften und 17,98 beim Diamond-League-Meeting in New York sind derart eindrückliche Werte, dass vom 20-Jährigen irgendwann ein Weltrekord erwartet wird. Der Sohn einer Familie mit Wurzeln in Kamerun war vor einem Jahr an den WM in Berlin noch Elfter geworden. Sein Stern ging im März mit dem Gold in Doha auf. Der Junioren-Weltmeister 2008 bleibt trotz der Niederlage in Spanien der legitime Nachfolger von Jonathan Edwards (Gb), der seit 15 Jahren mit 18,29 m den Weltrekord hält. Tamgho hatte seinen Exploit an den Hallen-WM mit einem zweiten Sprung nahe an die 18-m-Marke bestätigt, er ist keine Eintagsfliege. Nebst Edwards durchbrach erst der Amerikaner Kenny Harrison (USA) die Schallmauer im Dreisprung.

Der dritten Wettkampftag im Olympiastadtion verlief für Frankreich gleichwohl erfolgreich. 16 Jahre nach Alain Blondel stellten sie wieder den Europameister im Zehnkampf. Der Olympiafünfte Romain Barras siegte mit 8453 Punkten vor Überraschungsmann Eelco Sintnicolaas (Ho). Vor dem abschliessenden 1500-m-Lauf hatten Barras und Sintnicolaas bloss fünf Zähler auseinander gelegen. Doch der Franzose wehrte auch den letzten Angriff seines Rivalen ab und riss bereits auf der Zielgeraden die Arme hoch. Alexej Kasjanow (Ukr) war als Halbzeit-Führender verletzungsbedingt nicht mehr angetreten, auch Simon Walter (Sz) hatte wegen einer Bauchmuskelzerrung vorzeitig aufgegeben.

Goldene Minuten für Deutschland

Innert weniger Minuten holte das bislang erfolglose Deutschland zwei Gold und eine Silbermedaille. 100-m-Läuferin Verena Sailer gewann wie am Vortag Lemaitre als Weisse gegen dunkelhäutige Sprinterinnen. Im Speerwurf musste sich Weltrekordhalterin Barbora Spotakova (Tsch) Linda Stahl, die mit 66,81 m siegte, und Christina Obergföll geschlagen geben.

Sechs Russen führen die europäische Saisonbestenliste im Hochsprung an. Deshalb erstaunt der Doppelsieg durch Aleksander Schustow und Iwan Uchow nicht. Der 26-jährige Schustow egalisierte mit 2,33 m die Jahresweltbestleistung und gewann seinen ersten grossen Titel. Er fing Uchow noch ab. Nachdem er für 2,31 m drei Anläufe benötigte, überquerte er die Sieghöhe im ersten Versuch. Uchow musste sich anschliessend ohne Erfolg auf 2,35 m versuchen.

Eine starke Leistung bot Dreispringerin Nadeschda Alechina in der Qualifikation. Die Russin ist mit einem Flug auf 14,93 Meter die Nummer 2 in der Jahresweltbestenliste.

(si)

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