Der Footballer und seine kuriosen Medienkonferenzen

Marshawn Lynch ist nach einjähriger Absenz zurück in der NFL – und mit ihm seine speziellen und bizarren Auftritte mit Medien.

Marshawn Lynch, Running Back der Oakland Raiders.

Marshawn Lynch, Running Back der Oakland Raiders.

(Bild: Reuters)

Es gibt Medienkonferenzen mit Sportlern. Und dann gibt es Medienkonferenzen mit mit Marshawn Lynch. Beim 31-jährigen Footballer aus Kalifornien können die Journalisten schon vor der ersten Frage davon ausgehen, dass sie andere Antworten als üblich erhalten werden. So sprach er 2015 als Mitglied der Seattle Seahawks beim grossen Medientermin vor dem Super Bowl bei jeder einzelnen von rund einem Dutzend Fragen stets folgende Worte: «Ich bin bloss hier, um keine Busse zahlen zu müssen.»

Die Pressekonferenz von Marshawn Lynch vor dem Superbowl 2015

Lynch kann aber auch auf dem Spielfeld für Kontroversen sorgen. Er ist derzeit Running Back der Oakland Raiders, das NFL-Team aus Kalifornien befindet sich in der Saisonvorbereitung. Lynch sorgte für Schlagzeilen, weil er vor einem Spiel während der Nationalhymne sitzenblieb. Die ist eine Geste, die von US-Sportlern zurzeit oft gebraucht wird, um gegen Rassismus zu protestieren. Lynch tut dies schon seit längerer Zeit, nur fiel das den US-Medien offenbar bislang einfach nie auf. Nun wurde er letzten Donnerstag aber an einem Medientermin erstmals darauf angesprochen.

Was folgte, war kurios:

(Twitter-TotalProSports)

Journalist: «Um den Elefanten im Raum anzusprechen: Wieso sind Sie am Samstag während der Nationalhymne nicht aufgestanden?»

Lynch: «Ich glaube, der Elefant hat einfach den Raum verlassen, weil eine kleine Maus auftauchte. Man sagt doch, dass Elefanten Angst vor Mäusen haben.»

Journalist: «Kümmert es Sie, ob Fans, die Jerseys mit Ihrer Rückennummer tragen, während der Hymne stehen oder sitzen?»

Lynch: «Wenn wir den Spielzug 74 rennen, muss ich die gegnerische Verteidigung gut lesen, das ist ziemlich schwer. Aber ich bin ein sehr erfahrener Spieler, und es sollte kein Problem sein.»

Geldstrafen für Fehlverhalten

Bereits während seiner Zeit in Seattle, wo er von 2010 bis 2015 spielte, war Lynch bekannt dafür, die Medien so gut wie möglich zu meiden und nur mit ihnen zu sprechen, weil er dazu verpflichtet ist. Nach einer enttäuschender Saison, in der er nur 7 Spiele absolvierte, gab er am 2. Februar 2016 seinen Rücktritt bekannt. Doch nach nur einem Jahr ist er nun zurück in der NFL. Er hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben bei seinem Heimatteam in Oakland.

Die NFL hat vertraglich festgelegte Regeln für die Sportler und ihre Medienauftritte. Spieler müssen nach jeder Partie und nach den Trainings unter der Woche vor Spielen für die Medien zugänglich sein. Lynch wurde bereits mehrfach für sein Fehlverhalten mit Geldstrafen gebüsst. Gemäss seinem Agenten Doug Hendrickson gibt es eine einfache Erklärung für Lynchs bizarres Verhalten: Er möge die Aufmerksamkeit einfach nicht.

DerBund.ch/Newsnet

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