Den Serienmeister jagen

Floorball Köniz steigt mit einer nahezu unveränderten Mannschaft in die morgen beginnende Saison.

Sam Schneiter (im roten Trikot) und seine Kollegen von Floorball Köniz gehören wie GC zu den ersten Herausforderern von Serienmeister Wiler-Ersigen.

Sam Schneiter (im roten Trikot) und seine Kollegen von Floorball Köniz gehören wie GC zu den ersten Herausforderern von Serienmeister Wiler-Ersigen.

(Bild: Tobias Anliker)

Ruedi Kunz

René Berliat ist ein Ausbildner, der gerne neue Reize setzt. Im Sommertraining spannte der Coach von Floorball Köniz erstmals mit einem Berner Fitnesszentrum zusammen, welches vom ehemaligen Unihockeyaner Simon Holdener geleitet wird.

Dort wurden an drei Tagen pro Woche Individualtrainings durchgeführt. Die Spieler hätten positiv auf die zum Teil neuen Inhalte aus dem Athletikbereich reagiert, sagt Berliat.

Berliat will ernten

Seit Berliat Ende Januar 2015 den Posten des freigestellten Tomas Trnavsky übernommen hat, ist bei Floorball Köniz einiges in Bewegung geraten. Das Team steigerte sich kontinuierlich und verpasste die Qualifikation für den neu geschaffenen Superfinal nur ganz knapp.

Nun soll der nächste Schritt gemacht werden, um sich in absehbarer Zeit auf Augenhöhe mit Serienmeister Wiler-Ersigen zu bewegen. Berliat hat die Spieler dazu angehalten, sich noch stärker auf Unihockey zu fokussieren. «Sie müssen bereit sein, wie Spitzensportler zu leben, obschon sie für die Mühen finanziell kaum entschädigt werden.» Dem 47-Jährigen ist klar, dass diese Botschaft nicht bei allen Adressaten gleichermassen gut angekommen ist. Mit wankelmütigen Spielern sucht er das Gespräch, zeigt?ihnen Wege auf, wie sie Job und Sport besser unter einen Hut bringen können.

Berliat die Verantwortung für die erste Mannschaft zu übertragen, hatte ihre Logik. Der ehemalige Verteidiger gilt als Vater des erfolgreichen Könizer Nachwuchskonzeptes. Er hat eine stufen­gerechte Ausbildung durchgesetzt, bei dem Übungen und Spiele mit Ball und Stock im Zentrum stehen. Und er hat es geschafft, Nachwuchstrainer um sich zu scharen, die Floorball Köniz seit vielen Jahren die Treue halten.

Anteners Formbaisse

Floorball Köniz bestreitet die Saison 2015/16 mit nahezu unverändertem Kader. Der Schwede Jens Frejd (von Rychenberg Winterthur) ist neu dazugekommen, Stefan Righini, Dario Wälti und Micha Wilhelm sind zurückgetreten. Die Vorbereitung hat Berliats Eindrücke der letzten Saison bestätigt: «Das Team ist extrem ausgeglichen, was den Konkurrenzkampf belebt und mir mehr Möglichkeiten gibt während eines Spiels.»

Wie Wiler-Ersigen (die Gebrüder Matthias und Christoph Hofbauer), GC (der Schwede Kim Nilsson) und Malans verfügt Floorball Köniz über einige hervorragende Individualisten. Nach seiner Rückkehr aus Schweden galt Emanuel Antener als stärkster Einzelspieler der ganzen Liga. Letzte Saison dann die Ernüchterung: Der Nationalspieler blieb vieles schuldig und war nur selten in der Lage, mit Geniestreichen die Differenz auszumachen. René Berliat ist zuversichtlich, dass der Routinier die richtigen Schlüsse aus dem «Seuchenjahr» gezogen hat: «Antener weiss, dass er mehr Verantwortung übernehmen muss und sein Defensivverhalten verbesserungswürdig ist.»

Einen steilen Aufstieg hinter sich hat Manuel Maurer, welcher letzte Saison zum Topskorer aufstieg und an der Seite des Schweden Christian Kjellman für viel Wirbel sorgte. Für Berliat, der den Stürmer schon als Junior betreut hat, ist er das «grösste Schweizer Talent der letzten 10 Jahre». Hat er keine Angst, dass dem erst 22-jährigen Maurer der?Erfolg in den Kopf steigt? «Nein», sagt der Coach dezidiert.

Der Bund

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