Zum Hauptinhalt springen

Das Millionen-Spektakel am See

Am Zürichsee ist für drei Tage Europas grösster Trendsport-Park angelegt worden. Beeindruckend ist nicht nur die Anlage, sondern auch das Budget.

Freestyle 2008 - Die Vorbereitungen.

Mit 3,3 Millionen Franken wirtschaften die «freestyle.ch»-Veranstalter. Gegen 40'000 Zuschauer werden für den dreitägigen Event erwartet.

Der weisse Big Air, ein monströser Kicker für die Snowboarder und Freeski-Spezialisten, überragt das grüne «freestyle.ch»-Gelände. Zur Steigerung des Spektakels haben die Organisatoren den Anlaufturm um 8 m auf die Rekordmarke von 36 m erhöht. 330 Tonnen Stahl hat der international bekannte Gerüstebauer Nüssli für den Aufbau der kolossalen Schanze benötigt; der Ingenieurbericht des Kunstwerks umfasst 1200 Seiten.

30 Arbeiter kümmerten sich während vier Tagen um den Aufbau. Beschneit wurde der Kicker unter der Leitung von Douglas Atkinson. Der Spezialist und Chef-Schaufler rechnet damit, dass die Sprung-Akrobaten bei einer Schanzenneigung von 45 Grad zwischen 25 und 28 m weit fliegen werden. Zur Abfederung liegt tonnenweise in Holland produzierter «Polarschnee». Der Winter beginnt für die Freestyler in Zürich vor dem Herbst.

Nichts dokumentiert das Wachstum der Veranstaltung besser als der Ausbau des Big-Air-Turms. Seit der höchstens regional beachteten Premiere 1995 hat «freestyle.ch» an allen Fronten enorm zugelegt. 450 Helfer stehen am Wochenende im Einsatz. Das Budget ist im Vergleich zur ersten Austragung elfmal höher. OK-Präsident Erwin Flury gruppiert mittlerweile eine illustre Crew um sich - neben anderen sind auch Werber und Vertreter aus dem Filmbusiness am permanenten Ausbau beteiligt.

Dass Stadtrat Gerold Lauber heute den neuen Big Air einweiht, ist kein Zufall. Der gesellschaftliche Wert ist gestiegen. Und seit dem finanziell bedingten Rückzug von «Air & Style» in München stehen die Zürcher Freestyle-Produzenten noch mehr im Fokus. Eine optimale Aussendarstellung ist garantiert: Das TV-Bildmaterial steht 180 Ländern zur Verfügung. Im Hintergrund laufen deshalb Gespräche, die Marke weiter zu internationalisieren. Das OK plant die Erweiterung zur Tour mit Stopps in Deutschland, Spanien und China.

Hohe Anforderungen

Nicht nur das Preisgeld - rund 110'000 Dollar werden ausgeschüttet - ist hoch, sondern auch die Anforderungen. Spass muss zwar noch immer sein, aber eine optimale physische Vorbereitung ist mittlerweile Pflicht. Nur die aktuell besten Big-Air-Rider erhielten eine Einladung. Die Startliste vereinigt die Leader der Sprungbranche: Doppel-Weltmeister Mathieu Crepel gehört dazu, Norwegens X-Games-Sieger Torstein Horgmo und der finnische Emporkömmling Peetu Piiroinen sind Stammgäste auf den obersten Podiumsplätzen. Ob der Schweizer Titelhalter Stephan Maurer diesen Cracks gewachsen ist, wird sich weisen.

Den «Freidenkern» der Skiszene kommt der Ausbau der Absprungrampe speziell entgegen. Weil die Flugphase länger ist, bietet sich den Freeski-Profis spürbar mehr Spielraum für schwierige Manöver. Eine Steigerung der Attraktivität ist vorprogrammiert, zumal in dieser Sparte in der Tat die «jungen Wilden» am Start stehen. 15 Fahrer sind nicht älter als 20, der Österreicher Patrick Hollaus feierte vor elf Tagen seinen 11. (!) Geburtstag. Die Schweizer sind nur Aussenseiter.

Mat Rebeaud: Europas FMX-Champion

Im Konzept der Veranstalter spielen nicht nur die beiden populären Schneesportarten eine Rolle. Auf zwei weiteren Bühnen ziehen die Skateboarder und die FMX-Piloten das Publikum in den Bann. Speziell in der ebenfalls vergrösserten Halfpipe ist eine weitere Steigerung des Niveaus zu erwarten. Der Radius der «halben Röhre» lässt Tricks in grösserer Höhe zu. Brasiliens Skate-Virtuose Sandro Dias wird in der neu konstruierten Pipe nur schwer zu bezwingen sein.

Das Feld der weltbesten «Freestyle-Motocrosser» (FMX) wird von Mat Rebeaud angeführt. Dreimal hat der Romand mit Wohnsitz in Kalifornien den Wettkampf auf der Landiwiese bereits gewonnen. In der internationalen Szene gilt der 26-Jährige als Top-Shot und als bester europäischer Athlet. Nur die US-Stars sind gleich hoch einzuschätzen wie der Dominator der «Red Bull X-Fighters»-Serie.

Superfinals live im TV

Nach der Qualifikation in den vier Disziplinen stehen am Sonntagabend die Super-Finals im Programm. In je 15-minütigen Sessions erhalten die vier Bestklassierten der Kategorien Snowboard, Freeski, Skateboard und FMX nochmals ausreichend die Gelegenheit, ihre Qualitäten zu demonstrieren. SF überträgt das entscheidende Schlussbouquet teilweise live.

Dem Element Show tragen die Veranstalter ebenso Rechnung wie dem sportlichen Anspruch. In den Pausen werden Schweizer und US-Bands das Publikum unterhalten, am Samstag ist der Höhepunkt eine sportartenübergreifende «Cross-Over-Session». Auf dem Wettkampfareal bieten diverse Standbetreiber Produkte und Informationen der Winter- und Sommersport-Industrie an.

si/cal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch