Bis Tiger Woods wieder siegt, scheint nur eine Frage der Zeit

Die Skandale sind weit weg, der Sport steht im Vordergrund: Viele trauen dem Amerikaner jetzt den 15. Major-Titel zu – den ersten seit zehn Jahren.

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Tiger Woods ist nicht mehr der Jüngste. Aber Tiger Woods ist wieder wer. Und deshalb darf – oder muss – Tiger Woods erzählen, wie er sich mit 42 Jahren auf das letzte Major-Turnier des Jahres vorbereitet. Die Golfwelt weiss nun, dass Tiger Woods ins Eisbad stieg. «Ein paar Mal», um Entzündungen zu hemmen.

Ab Donnerstag hat Woods bei der PGA Championship in St. Louis, Missouri, die Chance, seinen 15. Major-Titel zu gewinnen. Die amerikanische Golf-Ikone gehört bei ihrer ersten Teilnahme seit 2015 zu den Mitfavoriten. Doch das war schon beim British Open drei Wochen zuvor so. Woods zeigte da, dass er auf einer Euphoriewelle surfend spielen kann wie zu seinen besten Zeiten. Und dann wieder vom Surfbrett ins Wasser fällt.

Er spielt nicht nur, er spielt um Titel

Für den Titel im Bellerive Country Club braucht Woods aber eine grosse Welle, vier konstante Tage. Dass er jedoch bei den wichtigsten Turnieren überhaupt wieder davon träumen darf, ganz vorne mitzuspielen, hätte Anfang Jahr wohl fast niemand geglaubt.

Die Rückenschmerzen? «Natürlich gibt es Tage, an denen ich nicht mehr gleich beweglich bin wie früher.» Und dennoch sind die vier Rückenoperationen weit weg. Die Skandale? Noch im Mai 2017 befand sich Woods in einem Zustand, in dem Golf unmöglich schien (Video unten). Jetzt zählt nur der Sport.


Video – Hier muss Tiger Woods ins Röhrchen pusten

Nach der Verhaftung im Mai 2017: Der Golf-Superstar soll unter Rauschmitteleinfluss Auto gefahren sein. (Video: Tamedia)


War es vor sieben Monaten nur schon ein Erfolg, dass Woods auf dem Platz stand, ist er inzwischen bis auf Rang 51 der Weltrangliste vorgerückt. Einen Titel konnte er aber noch nicht gewinnen. Zu unkonstant war er jeweils, manchmal auch innerhalb einer 18-Loch-Runde.

Alle wollen Woods sehen

Die ersten beiden Durchgänge an der PGA Championship bestreitet er zusammen mit zwei prominenten Namen: mit Rory McIlroy, vierfacher Major-Champion, und Justin Thomas, dem Vorjahressieger. McIlroy sagt: «Du musst akzeptieren, dass 75 Prozent der Zuschauer auf einen einzigen Spieler dieser Gruppe schauen werden.» Dieser Spieler ist eben nicht der vierfache Major-Champion oder der Vorjahressieger. Dieser Spieler ist nun einmal Tiger Woods.

Für Woods geht es nicht nur um den Titel, sondern auch um die Frage, ob er bei einem weiteren Saisonhöhepunkt, dem Ryder Cup Ende September, dabei sein darf. Dann treten die besten zwölf Europäer gegen die besten zwölf US-Spieler an. Woods belegt im amerikanischen Ryder Cup Ranking momentan den 20. Rang. Für eine direkte Qualifikation müsste er sich noch bis auf Rang 8 vorarbeiten.

Nun wäre der richtige Zeitpunkt, Woods' Siegesmaschinerie wieder anrollen zu lassen. In St. Louis winkt der erste Major-Titel seit über zehn Jahren: «Ich hatte dieses Jahr schon einige Chancen, Titel zu gewinnen. Hoffentlich klappt es diese Woche.»

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