Wieder kämpft er sich zurück

Lange war die Main Tour für Alexander Ursenbacher, den einzigen Schweizer Snooker-Profi, in Gefahr. Bis jetzt.

Selbstbewusster Profi: Alexander Ursenbacher. Foto: Raphael Moser

Selbstbewusster Profi: Alexander Ursenbacher. Foto: Raphael Moser

Ein kleiner Höhenflug ist es schon. Dem Schweizer Team glückte am Snooker World Cup in China ein Auftakt nach Mass. Alexander Ursenbacher und Luis Vetter, Profi der eine und Amateur der andere, besiegten nach Malta am Montag gestern auch Indien 3:2. Bei der erst zweiten Teilnahme eines Schweizer Teams am Einladungsturnier greift dieses jetzt überraschend nach einem Platz in der K.-o.-Runde.

Für beide Schweizer ist die Teilnahme am Turnier in Wuxi eine Abwechslung. Bis Anfang Monat waren Ursenbacher und Vetter noch unter dem Druck gestanden, sich für die World Tour qualifizieren zu müssen. Und der Verdrängungskampf um eine der Profikarten ist riesig: Alle zwei Jahre vergibt die World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) 128 Fixplätze auf der Main Tour, doch einen solchen muss man sich ebenso alle zwei Jahre neu verdienen.

Einige Erfolgsmomente

Ursenbacher hatte früh in seiner Karriere erstmals einen Platz im Profifeld erkämpft, als erst 17-Jähriger – diesen nach zwei Jahren aber wieder abgeben müssen. 2017 kehrte er als U-21-Europameister zurück auf die Tour, doch erneut schaffte er die Bestätigung nicht: Als 73. der Zweijahreswertung verlor er den Profistatus Ende April wieder.

Doch der 23-Jährige kündigte früh an, seinen Traum vom Snooker-Profi auf keinen Fall aufzugeben. «Denn ich habe bewiesen, dass ich mit den Besten mithalten kann», sagte er einmal selbstbewusst. Und ja: Als Profi hatte er durchaus Erfolgsmomente erlebt. Beim English Open 2017 stiess er in den Halbfinal vor und verdiente mit 2000 Pfund das grösste Preisgeld seiner Karriere. Weltweit für Schlagzeilen sorgte der Mann aus dem Aargau im Februar: Beim Welsh Open bezwang er den fünffachen Weltmeister Ronnie O’Sullivan.

Der beste Schweizer Spieler

Es waren einsame Ausreisser nach oben, ansonsten endeten Ursenbachers Turniere regelmässig in der ersten Runde. Doch erneut kämpfte er sich nun zurück: Im dritten der drei Qualifikationsturniere der Q School sicherte er sich Anfang Juni eine weitere Zweijahreskarte für die Profitour. Das Riga Masters Ende Juli ist das erste Turnier der neuen Saison. Höhepunkt ist die WM im April 2020. Er sagt: «Ich möchte unbedingt auf der Tour bleiben, auch in Zukunft. Das ist mein Hauptziel. Denn auf das, was in den letzten Jahren passiert ist, habe ich echt keine Lust mehr.»

Ursenbacher ist klar der beste Schweizer Spieler. Der Ostschweizer Luis Vetter, mit dem er am World Cup ein Team bildet, ist noch weit von der Profitour entfernt. Auch er versuchte es über die drei Events der Q School, scheiterte aber klar.

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