Seki mit grossem Sieg – und blutender Nase

Boxen

Die Bernerin Aniya Seki errang im Vorprogramm des Klitschko-Fights im Stade de Suisse den bisher wichtigsten Erfolg ihrer Karriere – gegen eine Gegnerin, die nicht sehr fair geboxt hat.

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«Doch, ich glaub schon, dass das der wichtigste Sieg meiner Karriere ist», sagte Aniya Seki nach dem 20. Sieg in ihrem 24. Kampf. Eben hatte die Bernerin gegen die Rumänin Eva Marcu einen klaren Punktesieg gelandet – damit verteidigte sie ihren WM-Titel nach GBU-Version und holte sich zudem den bedeutenderen WM-Titel der WIBF im Superbantamgewicht (bis 55,225 Kilogramm). Am Stephanstag vergangenen Jahres hatte Aniya Seki diesen Titel noch verpasst. Damals war sie Marilyn Hernandez aus der Dominikanischen Republik nach Punkten unterlegen. Weil die Dominikanerin den Titel nicht fristgerecht verteidigte, war er nun wieder vakant.

Blutende Nase

Und nun schlug Aniya Seki zu – zu Beginn des Kampfes allerdings meist ins Leere. Immer wieder versuchte es die Bernerin nach dem gleichen Muster: mit der linken Führungshand vorzubereiten und dann mit ihrer rechten Schlaghand Treffer an den Kopf der 22-jährigen rumänischen Herausforderin zu landen. Doch voll traf sie ihre Gegnerin zunächst nie. So kam es meist zum Infight, und auch da gelang es Seki kaum, ihre Aufwärtshaken wirkungsvoll anzubringen. Dies auch deshalb, weil die Ungarin wieder und wieder ungestüm und kopfvoran auf Seki zukam – und diese mit dem Kopf auch traf.

Schon nach der ersten Runde blutete Aniya Sekis Nase, hinterliess rote Sprenkel auf dem weissen Hosenbund. Doch dann wurde Aniya Seki von Runde zu Runde dominanter, «Chumm Aniya, Hopp Aniya», tönte es von den kurz vor 20 Uhr noch nicht all zu gut gefüllten Rängen.

«Wenn ich verloren hätte, wären die Schmerzen nun unerträglich»

Die 33-jährige Bernerin landete nun auch harte Treffer und hatte ihre Gegnerin im Griff, von der sie vor dem Kampf kein einziges Video hatte finden können und nicht einmal gewusst hatte, ob sie eine Rechts- oder Linksauslegerin ist. Als die Rumänin nach dem letzten Gong die Arme nach oben riss, wusste sie selbst, dass sie verloren hatte. Aniya Seki gewann einstimmig und eindeutig nach Punkten.

Ihre Nase sei zu, sagte Aniya Seki nach dem Kampf, sie habe im Ring kaum mehr atmen können. «Wenn ich verloren hätte, wären die Schmerzen nun unerträglich», sagte sie. Doch sie hatte gewonnen, und deshalb lacht sie und sagte: «Ich habe so eine kleine Nase, aber ausgerechnet dort hat sie mich getroffen.» Eva Marcu habe nicht sehr fair geboxt und habe auch nach der ersten Runde noch mehrmals Kopfstösse gelandet. Ihr Trainer, Bruno Arati, habe den Ringrichter mehrmals darauf hingewiesen – ohne jedoch Gehör zu finden.

Das Schwerste für sie sei es gewesen, im Ring geduldig zu bleiben. «Manchmal hatte ich das Gefühl: Oh Gott, es wird langweilig, für mich und für die Zuschauer.» Aber sie habe auf ihre Chancen gewartet – und diese seien gekommen. «Jetzt bin ich einen Schritt weiter», sagte Seki, und danach gleich: «Jetzt fängt es wieder von vorne an.»

Am Montag wird Aniya Seki wieder im Boxkeller im Steinhözli trainieren. Sie wird ihre beiden Titel wohl am traditionellen Boxing Day vom nächsten Stephanstag verteidigen.

DerBund.ch/Newsnet

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