Patriots entlassen Skandal-Footballer Brown

Vor weniger als zwei Wochen verpflichteten die New England Patriots Antonio Brown. Nun wird der NFL-Star bereits wieder rausgeworfen.

Für Brown gab es nach seiner Entlassung bei den Raiders kein Halten mehr. (Video: Youtube)

Das Drama um den exzentrischen Football-Star geht weiter. Der Wide Receiver wird innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal von einem NFL-Team entlassen. Als Hoffnungsträger und Garant für Spektakel verpflichteten zunächst die Oakland Raiders das 31-jährige Ausnahmetalent für die Saison 2019/2020. Was folgte waren etliche Verfehlungen und Eskapaden Browns. Unter anderem boykottierte er das Training, weil die NFL ihm nicht mehr erlaubte sein veraltetes Helmmodell weiter zu tragen.

Wegen Frostbeulen, die er sich bei einer unsachgemässsen Kältetherapie zugezogen hatte, verpasste Brown das gesamte Trainingslager. Den General Manager nannte er einen «cracker» und eine anschliessende telefonische Aussprache mit dem Cheftrainer Gruden zeichnete Brown auf und lud das Gespräch auf Youtube. Die logische Konsequenz? Der Rausschmiss.

Brown soll Fitnesstrainerin angeblich vergewaltigt haben

«Ich bin frei!», schrie Brown in einem Youtube-Video, das den Moment zeigen soll, in dem er von seiner Trennung von den Raiders erfuhr. Fünf Stunden nach seiner Entlassung hatte Brown mit den New England Patriots bereits wieder einen neuen Arbeitgeber gefunden, was die Frage aufwarf, ob der Skandal-Profi seine Entlassung absichtlich provoziert hatte. Nicht einmal zwei Wochen nach seiner Vertragsunterzeichnung bei den Patriots wurde Brown nun erneut freigestellt.

Was war passiert? Wenige Tage nachdem Brown sich den Patriots angeschlossen hatte, kam ein erneuter Skandal ans Licht. Dieses Mal ein bitterernster: Antonio Browns ehemalige Fitnesstrainerin Britney Taylor (28) wirft ihm vor, sich mehrfach sexuell an ihr vergangen zu haben. In Florida hat sie Mitte September Klage gegen ihn eingereicht.

«Es war eine schwierige Entscheidung»

Brown dementierte die Vorwürfe: «Alle sexuellen Handlungen waren einvernehmlich», liess er mitteilen. Seine Anwälte sagten, Brown werde «jeden Stein umdrehen und sich aggressiv verteidigen, das betrifft auch all seine Rechte auf Gegenklagen».

Laut der Anklageschrift leide Taylor, die Brown seit 2010 aus einem Bibelkreis kennt, an Panikattacken und Selbstmordgedanken. Sie sagte: «Es war eine unglaublich schwierige Entscheidung, als Vergewaltigungsopfer von Antonio Brown an die Öffentlichkeit zu gehen.»

Mehrere Fälle von häuslicher Gewalt

Trotz der Anschuldigungen kam Brown vergangenes Wochenende zu seinem ersten Einsatz für die Patriots. Das Spiel gegen die Miami Dolphins (43:0) war ein Schaulaufen des Teams um Superstar Tom Brady. Auch Brown gelang ein Touchdown. Es sollte sein erster und letzter für die Patriots bleiben. Denn diese Woche enthüllte die «Sports Illustrated» mehrere Fälle häuslicher Gewalt seitens des Football-Stars.

Brown soll demnach unter anderem eine Künstlerin sexuell belästigt haben und ihr nach Veröffentlichung der Berichte in Textnachrichten gedroht haben. Dies war nun auch den Verantwortlichen des Super-Bowl-Champions zu viel: «Wir bedanken uns bei Antonio für die vergangenen elf Tage, aber wir denken, dass es das Beste ist, jetzt wieder getrennte Wege zu gehen», wird ein Vereinssprecher zitiert. Auch der Sportartikelhersteller Nike beendete nach den jüngsten Vorkommnissen die Zusammenarbeit mit Brown, wie ein Unternehmenssprecher dem «Boston Globe» bestätigte: «Antonio Brown ist nicht länger ein Nike-Athlet.»

Ob Brown je wieder in der NFL auflaufen wird, bleibt abzuwarten. Sportlich wäre Brown für jedes Team eine Verstärkung: In sechs Spielzeiten für die Pittsburgh Steelers fing er in den Hauptrundenspielen 686 Pässe für 9145 Yards – auf solche Zahlen war in so einer Zeitspanne noch niemand in der NFL gekommen.

kvo

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt