Ehre für Nadal – Federer ignoriert

Die Mitglieder des internationalen Sportjournalisten-Verbands wählten Rafael Nadal zum Sportler des Jahres. Ein einziger Schweizer rangiert trotz Federers Absenz auf der Liste.

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Drei Grand-Slam-Titel gewann Rafael Nadal im Jahr 2010 und etablierte sich an der Spitze der Weltrangliste. Der spanische Tennisprofi hatte fraglos ein herausragendes Jahr. Das sahen auch die 515 Sportjournalisten aus 93 Ländern des internationalen Verbands AIPS, die sich an der Online-Abstimmung beteiligten. Mit 758 Punkten verwies Nadal Fussball-Profi Lionel Messi sowie dessen Vereinskollege bei Barcelona, Andres Iniesta, auf die nächsten Plätze.

Bester und einziger Schweizer auf der 22 Namen umfassenden Liste ist Carlo Janka als Neunter. Der Bündner gewann 2010 an den Olympischen Spielen in Vancouver die Goldmedaille im Riesenslalom sowie als erster Schweizer nach Paul Accola 1992 den Gesamtweltcup. In den Disziplinenwertungen Abfahrt und Riesenslalom kam er jeweils auf den 2. Gesamtrang. Bei der nationalen (Publikums-)Wahl zum Sportler des Jahres kam Janka hinter Simon Ammann, Schwingerkönig Kilian Wenger und Roger Federer nur auf den 4. Rang.

Vlasic, Spanien und Südafrika

Erstaunlich ist gleichwohl, dass sowohl Ammann als Doppelolympiasieger und Federer, immerhin Sieger des Australian Open, Gewinner der ATP-World-Tour-Finals in London und Zweiter der Weltrangliste, ohne Stimmen geblieben waren. Auf dieser figurieren dagegen Golfprofi Graeme McDowell (Sieger US Open), Schwimmer Camille Lacourt (zweifacher Europameister), Jorge Lorenzo (MotoGP-Weltmeister), Ruderer Ondrej Synek (Skiff-Weltmeister) oder die Cricket-Spieler Sachin Tendulkar und Muttiah Muralitharan.

Schweizer fehlen auch in den anderen Kategorien. Bei den Frauen erhielt die kroatische Hochspringerin Blanka Vlasic – sie wurde in Barcelona Europameisterin – die meisten Stimmen vor Ski-Gesamtweltcup-Siegerin Lindsey Vonn und Tennis-Rückkehrerin Kim Clijsters. Spaniens Fussballer wurden zum Team des Jahres gekürt – mit über viermal mehr Stimmen wie die zweitplatzierten Olympiasieger im Eishockey aus Kanada. Ausserdem votierten die Sportjournalisten für Südafrikas Fussball-Stadien als beste Sportanlagen.

DerBund.ch/Newsnet

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