Der 1-Milliarde-Dollar-Kampf

Mayweather gegen McGregor oder: Wenn zwei Exzentriker aus unterschiedlichen Sportarten aufeinandertreffen.

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Wenn der amerikanische Boxer Floyd Mayweather gegen den irischen Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor antritt, geht es um bis zu eine Milliarde Dollar. Diesen Betrag hat «Forbes» mit der Hilfe von Daten des letzten Kampfes von Mayweather gegen Manny Pacquiao geschätzt. Der damals als Jahrhundert-Show angekündigte Fight generierte 600 Millionen Dollar: 430 Millionen aus den Pay-per-View-Käufen, die die Zuschauer bezahlten, um den Fight zu sehen, und 72 Millionen aus den Ticketverkäufen. Der Rest ergab sich gemäss «Forbes»-Berechnungen unter anderem aus ausländischen TV-Rechten, Sponsorengeldern und dem Verkauf von Werbeartikeln.

Mayweather und McGregor müssten diese Summe am 26. August in Las Vegas also fast verdoppeln, um die Milliarde zu knacken. Zwei Drittel (rund 660 Millionen) sollen allein mit den amerikanischen Pay-per-View-Käufen erreicht werden. Aufgrund von McGregors Herkunft gehen die «Forbes»-Schätzer davon aus, dass auch in Europa grosses Interesse am Kampf besteht. Ob diese Summe tatsächlich zusammenkommt, kann bezweifelt werden.

Was klar ist: Es wird der Boxkampf mit der grössten Börse sein, die bis zu dem Zeitpunkt je vergeben wurde. Das Duell gegen Pacquiao hätte Mayweathers letzter Auftritt im Ring sein sollen. Als er danach trotzdem nach möglichen Comeback-Plänen gefragt wurde, antwortete er: «Für weniger als 100 Millionen komme ich nicht zurück.»

38-jährig war er damals. Für den Kampf gegen Pacquiao hatte er 180 Millionen erhalten. Wenn es nach den neusten Zahlen geht, müsste er nun weit mehr als die geforderten 100 Millionen kassieren. Sein Gegner McGregor hat als Ultimate-Fighting-Kämpfer 21 Siege und drei Niederlagen auf seinem Konto. Der 28-Jährige ist amtierender Leichtgewicht-Champion und hat in Nevada eine Boxlizenz erworben. Er soll für den Kampf mindestens 75 Millionen Dollar erhalten.

Deutschland gegen Frankreich

Ob dieser Kampf wirklich sinnvoll ist? Es wird diesmal immerhin über 12 Runden nach den offiziellen Boxregeln gekämpft. Im Gegensatz zu 1976, als sich Muhammad Ali zu einem bizarren Kampf herausfordern liess. Er trat in Japan gegen den Wrestler Antonio Inoki an. Jeder bestritt den Kampf nach den Regeln seines jeweiligen Sports. Was resultierte, war ein am Boden liegender Inoki, der minutenlang gegen Alis Schienbein trat.

Mayweather hat eine Bilanz von 49:0 Siegen in seiner Boxkarriere, McGregor hat keinerlei Erfahrung in einem reinen Boxkampf, gilt aber unter den MMA-Kämpfern als einer der besten Faustkämpfer. Ob das gegen einen der besten Boxer der Geschichte reicht?

Natürlich gibt es jene, die sagen, McGregor habe sehr wohl eine Chance. Die muss es ja geben. Die «Welt» allerdings vergleicht den Kampf mit einem Spiel zwischen der deutschen Fussball-Nationalmannschaft und dem französischen Handball-Nationalteam. Beides sind die aktuellen Weltmeister. Doch für den Boxsport wie auch für die Mixed-Martial-Arts-Sportarten ist dieser Kampf wertvoll, denn er bringt vor allem Aufmerksamkeit. Und Geld.

Dana White, der Präsident des UFC-Organisation, und auch Leonard Ellerbe, CEO von Mayweather Promotions, sprechen von diesem Kampf als «Super Fight». «Es ist der Kampf der Geschichte, bei dem jeder Hollywood- und NBA-Star dabei sein will. Es wird der grösste Fight, den die Welt je gesehen hat», verspricht Ellerbe. Man werde noch Jahre später davon sprechen. Es seien die Menschen, die diesen Kampf sehen wollen. Allein deswegen sei es seine Aufgabe, diesen Kampf zu unterstützen, findet White. «Ich mag es, den Menschen das geben zu können, was sie wollen.» Ziemlich sicher geht es ihnen allen nicht nur um den sportlichen Wert, sondern vor allem auch ums Geschäft. Ganz bestimmt ist das bei Mayweather so. Ihm gehe es um die Show und ums Geld, hatte er bereits vor seinem Kampf gegen Pacquiao zugegeben. Nicht umsonst trägt er den Spitznamen «Money». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.06.2017, 12:03 Uhr

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