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Vladimir Petkovic wird Schweizer Nationaltrainer

Vladimir Petkovic (50) nach der WM das Schweizer Nationalteam übernehmen. Der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld einigte sich mit dem SFV nach mehreren Verhandlungsrunden auf einen Vertrag bis Ende 2015.

Dass der Tessiner mit bosnisch-kroatischen Wurzeln seine Amtszeit bei Lazio beenden wird und die SFV-Auswahl übernehmen könnte, zeichnete sich seit Wochen ab. Nach der Absage von Marcel Koller war der frühere YB-Trainer zum Top-Kandidaten aufgestiegen - der Boulevard veröffentlichte den Transfer schon im letzten Monat als fix.

Den Vertrag unterzeichnete der 50-Jährige aber erst am Montag. Sollte er die nächste EM in Frankreich erreichen, verlängert sich das Engagement automatisch bis zum 10. Juli 2016. Mit der Ankunft Petkovics kommt es auch im erweiterten Trainerstab der Nationalmannschaft zu Änderungen. Michel Pont, der Assistent von Köbi Kuhn und Hitzfeld, wird sich im nächsten Juli nach 13-jährigem Engagement zurückziehen.

Petkovic wird zwei seiner langjährigen Weggefährten im Nationalteam installieren: Antonio Manicone (47) als neuen Assistenten, Paolo Rongoni als Konditions-Trainer. Die übrigen Rahmenbedingungen bleiben unverändert. Der Verband, in Brasilien zum dritten Mal in Folge an einer WM vertreten und im FIFA-Ranking zurzeit an achter Stelle klassiert, ist nicht an einem zu umfassenden Personalwechsel interessiert.

Welche Pläne und Ziele Petkovic mit der Schweiz umsetzen will, wird er erst im Frühjahr an einer Medienkonferenz in der Schweiz veröffentlichen. Am Tag nach dem 1:4 in Verona mochte Petkovic (noch) nicht als künftiger SFV-Chef-Trainer auftreten. Sein offizielles Statement zur persönlichen Beförderung liess er von der Kommunikationsabteilung des Verbandes verbreiten.

In der Schweiz hat sich ehemalige Sozialarbeiter aus Sarajevo vor allem als smarter und flexibler Taktiker einen guten Namen geschaffen. Seit seinem Einstieg ins Business vor 16 Jahren führte er Bellinzona in die höchste Liga und 2008 in den Cupfinal. Während seiner knapp dreijährigen Zusammenarbeit mit YB formte er ein Spitzenteam, das den FCB hart bedrängte. In Bern stand Petkovic für das Spektakel mit seinem afrikanischen Joker Doumbia und die Einführung des riskanten Dreier-Abwehrsystems.

Seine Zeit in Bern endete im Mai 2011 trotzdem mit der Entlassung, weil er partout den Eindruck nicht widerlegen konnte, die entscheidenden Spiele zu verlieren. Erst in Rom streifte Petkovic das Image des ehrenvollen Verlierers ab - der Triumph im Cup-Final gegen die AS Roma trug ihm bei den Anhängern der "Biancocelesti" die höchstmögliche Wertschätzung ein. Die Euphorie der letzten Saison ist inzwischen aber einer ziemlich ausgeprägten Ernüchterung gewichen. Petkovics Ensemble driftete im Herbst in eine Krise ab, deren Ende nicht absehbar ist.

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