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Verfahren wegen Unsportlichkeit gegen acht Spielerinnen

Der olympische Geist wurde am Dienstag mit Badminton-Rackets getreten. Im Frauen-Doppel wollten vier Paare absichtlich verlieren. Nun werden sie disqualifiziert.

Gleich in zwei Partien spielten sich absurde Szenen ab. Aufschläge wurden serienweise absichtlich ins Netz gesetzt, Shuttles weit neben die Seitenlinie, die Ballwechsel dauerten nie länger als vier Schläge. Am Schlimmsten trat das topgesetzte Doppel Wang Xiaoli/Yu Yang (China) auf, das punkto Lustlosigkeit nicht zu überbieten war. Die BBC-Reporterin Gail Emms, Badminton-Medaillengewinnerin in Athen, machte das Ausmass des Skandals klar: "Sie haben so gespielt, dass sogar mein Baby die Partie wohl hätte gewinnen können."

Die Nationalen Olympischen Komitees von China, Südkorea und Indonesien haben die acht betroffenen Spielerinnen disqualifiziert, nachdem auch der Badminton-Weltverband wegen Unsportlichkeit umgehend ein Verfahren eingeleitet hatte. Neben Xiaoli/Wang wurden auch die Doppel Jung Kyung Eun/Kim Ha Na und Ha Jung Eun/Kim Min Jung (beide Südkorea) sowie Greysia Polii/Meiliana Jauhari (Indonesien) vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Auslöser der ganzen Farce, welche in der Wembley-Arena von 6000 Zuschauern miterlebt wurde, die gutes Geld gezahlt hatten, um Spitzen-Badminton zu sehen, war am Vormittag die Niederlage eines chinesischen Doppels gewesen. Dieses beendete dadurch die Gruppe nicht auf Platz 1, was dazu führte, dass zwei Doppel aus Südkorea, je eines aus Indonesien und China alles machten, um in der K.o.-Runde nicht gegen die Chinesinnen antreten zu müssen.

In den Fokus der Kritik gerät nun auch der Modus. Badminton ist eine klassische Sportart, in welcher der Sieger weiterkommt und der Verlierer ausscheidet. Um die TV-Präsenz zu erhöhen, wurde nun zu einem Modus mit Gruppenspielen konvertiert. Andere Sportarten haben mit Gruppenspielen ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht - im Beachvolleyball kam es bei World-Tour-Anlässen ebenfalls zu solchen Absprachen.

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