Brych pfeift mit seinen Ex-Assistenten in Madrid

Skurril: Obwohl sich der Schiedsrichter von seinen Assistenten trennte, stehen sie ihm in der Champions League zur Seite.

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Schuld am Streit sind Fabian Schär und Stephan Lichtsteiner. So zumindest wird die Geschichte erzählt, so rekapituliert sie aktuell auch die «Welt». Die Geschichte beginnt am 22. Juni 2018 in der 66. Minute der Partie Schweiz - Serbien (1:2). Die Verteidiger knöpfen sich Aleksandar Mitrovic vor.

Passender könnte man die Szene im Schweizer Strafraum auch so beschrieben: Die Schweizer liefern sich mit dem Serben einen Ringkampf. Auch nach mehrmaligem Anschauen lässt sich nicht wirklich sagen, wer sich nun wann was genau zu Schulden hat kommen lassen. Schiedsrichter Felix Brych entschied auf Freistoss für die Schweiz und nicht auf Penalty für Serbien.

Heftige Anschuldigungen

Die Szene war kein Fall für den Videobeweis, der nur bei klaren Fehlern der Spielleiter zum Einsatz kommt. Die Serben waren anderer Meinung, sie fühlten sich betrogen und reklamierten heftigst, und sie legten bei der Fifa einen offiziellen Protest ein. Trainer Mladen Krstajic verglich Brych gar mit einem Kriegsverbrecher, als er sagte: «Ich würde ihn nach Den Haag schicken.»

Das Gespann war nach der wohl hitzigsten Partie der Weltmeisterschaft einem medialen Donnerwetter ausgesetzt und wurde vom Fussball-Weltverband für keine weitere Partie aufgeboten. Eine herbe Enttäuschung für den renommierten Spielleiter aus München.

Assistenten-Tausch bei Uefa nicht möglich

Seither soll es zwischen den Schiedsrichtern zu Unstimmigkeiten gekommen sein. Die «Welt» beschreibt das Geschehen in Russland als «Anfang einer kleinen Krise, die sich in den vergangenen Wochen zuspitzte.» Vor wenigen Wochen trennte sich Brych dann von seinen langjährigen Assistenten und verlangte beim Deutschen Fussball-Bund nach neuem Personal.

Während der 43-Jährige in der Bundesliga seither mit anderen Assistenten antritt, absolviert er seine Einsätze in der Champions League weiterhin mit Mark Borsch und Stefan Lupp. Bei der Uefa ist ein solcher Austausch nicht ohne weiteres möglich. Und so reiste das Trio am Montag nach Madrid, wo am Dienstagabend die Partie zwischen Real Madrid und Ajax Amsterdam auf dem Programm stand.

Vorgeführt und ausgeschieden: Real Madrid unterliegt Ajax Amsterdam im Achtelfinal-Rückspiel 1:4. (Video. Teleclub)

red

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