«So brutal kann der Fussball sein»

Das 0:1 gegen Manchester United in letzter Sekunde sitzt den Young Boys tief in den Knochen.

«Die Niederlage ist sehr, sehr schmerzhaft»: YB-Verteidiger Loris Benito und sein Ärger gegen den englischen Rekordmeister. (Video: Sebastian Rieder)
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Wie eine Seifenblase zerplatzte der Traum vom Triumph im Old Trafford kurz vor dem Schlusspfiff. «So brutal kann Fussball sein», bilanzierte Loris Benito, der den entfesselten Marouane Fellaini nicht in den Griff bekam. Die Drehung des Belgiers führte zum späten 1:0 für Manchester United und bedeutete für die Young Boys, dass sie wieder einmal nach einer kampfstarken Leistung schlecht belohnt wurden.

Phasenweise hatte es während der zweiten Halbzeit sogar ausgesehen, als könnte der Schweizer Meister den Red Devils vom Karren springen und ein Schnippchen schlagen. Denn nach fast einer Stunde war sie da – die grosse Gelegenheit für Kevin Mbabu den Traum von einem Tor gegen den grössten Club der Welt zu erfüllen. Nur wenige Minuten waren nach der Pause gespielt, als der YB-Flügel nach einer feinen Einzelleistung flink und frontal in den Strafraum drängte, dort aber in United-Goalie David de Gea seinen Meister fand.

Die Young Boys verlieren in letzter Minute: Marouane Fellaini erzielt das einzige Tor der Partie, YB verliert 1:0. Video: Teleclub

Ein paar englische Angriffswellen später flackerte vom Fuss von Mbabu tatsächlich noch einmal die Fantasie von einer Sensation gegen den englischen Rekordmeister auf. Der Schweizer Nationalspieler fälschte einen Schuss von Ulisses Garcia so gefährlich ab, dass der fast zwei Meter grosse Gea jeden Zentimeter seiner Körperlänge benötigte, um das 0:1 zu verhindern.

Jubelanfall bei Mourinho

Es war die letzte Chance für die Young Boys, die sich am Ende trotz der bitteren Niederlage von den über 3000 gelb-schwarzen Fans für den heroischen Kampf feiern liessen. «Ich denke, wir haben unseren Fans mit unserem Spiel trotzdem eine kleine Freude gemacht», sagte Benito zum Schluss.

Jubeln durfte auch José Mourinho wieder einmal. Der United-Trainer schüttelte nach dem erlösenden Tor seinen ganzen Frust vom Leib und schleuderte alle Getränkeflaschen, die er in die Finger bekam, an die Wand. Dank dem Sieg verschafft sich der zuletzt arg kritisierte Portugiese wieder etwas Luft.

DerBund.ch/Newsnet

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