Paris Saint-Germain entzaubert Real Madrid

Trotz den Absenzen von Neymar und Mbappé gewinnt PSG überlegen 3:0 gegen Real Madrid.

Paris geht in der 14. Minute in Führung: Angel Di Maria erzielt das 1:0 gegen Real Madrid. (Video: SRF)

Bricht der spitzige Dreizack weg, braucht es Hilfe von oben. In etwa so haben sie bei Paris Saint-Germain ihre Ausgangslage vor diesem Champions-League-Auftakt gegen Real Madrid eingeschätzt. Neymar, Cavani, Mbappé, dieses Triumvirat an Sturm und Drang in der Pariser Offensive – weg. Der eine gesperrt, weil er sich auf der Tribüne und in sozialen Medien unflätig über Video-Schiedsrichter geäussert hatte, die anderen zwei verletzt.

Heiliger Di Maria

Den so nötig scheinenden Beistand von oben, das Heimteam bekam ihn. Es wirkte schon fast kitschig, welchen Namen derjenige trägt, der an diesem Abend zur grossen Figur aufstieg: Angel di María. Er stünde auch einem Heiligen ganz gut. Und zu einem solchen machte sich der 31-jährige Argentinier bei der Anhängerschaft des französischen Meisters. Erst schloss Di María in der 14. Minute eine wunderbare Kombination über Marquinhos, Bernat, Icardi und wieder Bernat mit einem Schuss aus spitzem Winkel zum 1:0 ab, 19 Minuten später erhöhte er auf 2:0.

Video: Das 2:0 von PSG

Angel Di Maria erhöht in der 33. Minute. (Video: SRF)

Real Madrid, im Prinzenpark wenig königlich, konnte nicht verbergen, dass mit Ramos und Marcelo zwei erfahrene Aufräumer fehlten. Und weil Bale in der ersten und Benzema in der zweiten Halbzeit zwar für einigen Wirbel sorgten, aber immer wieder um Zentimeter am Erfolg scheiterten, blieb Real ohne Tor. Meunier traf kurz vor Schluss noch zum 3:0.

Video: Meunier sorgt für die Krönung

In der Nachspielzeit gelingt dem Heimteam das 3:0. (Video: SRF)

Mann des Spiels aber war ein anderer. Di María, aufgewachsen im malerischen Weinbaugebiet Pedriel im Westen Argentiniens in einer Hütte unter Wellblechdach, trug als Kind mit seinen zwei Schwestern Kohle aus. Gestern war er Held auf der grössten Bühne des europäischen Clubfussballs. Eine göttliche Geschichte.

Paris Saint-Germain - Real Madrid 3:0 (2:0)
SR Taylor (ENG). – Tore: 14. Di Maria 1:0. 33. Di Maria 2:1. 91. Meunier 3:0. – Paris Saint-Germain: Navas; Meunier, Silva, Kimpembe, Bernat; Marquinhos (70. Herrera), Gueye, Verratti; Sarabia (89. Diallo), Icardi (60. Choupo-Moting), Di Maria. – Real Madrid: Courtois; Carvajal, Eder Militão, Varane, Mendy; Kroos, Casemiro, Rodriguez (70. Jovic); Hazard (70. Vazquez), Benzema, Bale (79. Junior Vinicius). – Bemerkungen: Paris Saint-Germain ohne Neymar (gesperrt), Mbappé, Cavani, Kehrer und Dagba (alle verletzt). Real Madrid ohne Ramos, Nacho (beide gesperrt), Modric, Isco, Marcelo, Asensio, Diaz und Valverde (alle verletzt).

Harmloser Ronaldo – Juve nur mit Remis

126 Treffer in 162 Partien in der Champions League: Wer wenn nicht Juventus-Stürmer Cristiano Ronaldo hätte Atlético Madrid im heimischen Wanda Metropolitano knacken sollen? Die Spanier hatten die letzten beiden Heimspiele gegen den italienischen Rekordmeister in der Königsklasse gewonnen. Da Ronaldo nach der letzten 0:2-Pleite - im Achtelfinal-Hinspiel in der letzten Saison - im Rückspiel die Turiner mit drei Toren im Alleingang weiterschoss, waren die spanischen Zuschauer gar nicht erfreut über den Einsatz des 34-Jährigen - er wurde bei jedem Ballbesitz ausgepfiffen. Zwar liess sich der Portugiese nichts anmerken und spielte, wie man es von ihm kennt, munter nach vorne, gelingen wollte nur ganz wenig. Seine Kollegen machten es zu Beginn besser: Juan Cuadrado (48.) - per herrlichem Schlenzer in den Winkel - und Blaise Matuidi (65.) brachten Juve 2:0 in Führung. Doch Stefan Savic in der 70. und Hector Herrera in der 90. Minute retteten Atlético noch das Remis. (hua)

Video: Highlights Atlético Madrid - Juventus Turin

Spektakel bis zum Schluss: Das Duell der beiden Topteams endet ohne Sieger. (Video: Teleclub)

Atlético Madrid - Juventus Turin 2:2 (0:0)
SR Makkelie (NED). – Tore: 48. Cuadrado 0:1. 65. Matuidi 0:2. 70. Savic 1:2. 90. Herrera 2:2. – Atlético Madrid: Oblak; Trippier, Savic, Gimenez, Renan Lodi (76. Vitolo); Koke, Saul, Thomas (76. Herrera), Lemar (60. Correa); João Felix, Diego Costa. – Juventus Turin: Szczesny; Danilo, Bonucci, De Ligt, Alex Sandro; Cuadrado, Khedira (69. Bentancur), Pjanic (87. Ramsey), Matuidi; Higuain (79. Dybala), Ronaldo. – Bemerkungen: Atlético Madrid ohne Morata und Vrsaljko (beide verletzt). Juventus Turin ohne Chiellini, Mandzukic, De Sciglio, Douglas Costa, Pjaca und Perin (alle verletzt).

Leverkusen patzt zum Auftakt – 1:2 gegen Lok Moskau

Fussball-Bundesligist Bayer Leverkusen ist mit einer bitteren Heimniederlage in die Champions League gestartet. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz verlor am Mittwochabend gegen Lokomotive Moskau mit 1:2 (1:2). Der polnische Nationalspieler Grzegorz Krychowiak (16. Minute) und Dmitri Barinow (37.) erzielten vor 26 592 Zuschauern die Treffer für den russischen Pokalsieger. Weltmeister Benedikt Höwedes, der trotz einer kürzlich erlittenen Verletzung in der Moskauer Startelf stand, beförderte den Ball zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor (25.). Nächster Gegner der Werkself ist am 1. Oktober auswärts Juventus Turin mit Superstar Cristiano Ronaldo.

Bayer Leverkusen - Lokomotive Moskau 1:2 (1:2)
SR Raczkowski (POL). – Tore: 16. Krychowiak 0:1. 25. Höwedes (Eigentor) 1:1. 37. Barinow 1:2.

Bayern gewinnen CL-Auftakt gegen Belgrad

Der FC Bayern München ist mit dem erhofften klaren Heimsieg in die neue Champions-League-Saison gestartet. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac gewann die Auftaktpartie in der Gruppe B gegen Roter Stern Belgrad am Mittwochabend mit 3:0 (1:0). Kingsley Coman brachte den deutschen Fussball-Rekordmeister vor 70 000 Zuschauern in der 34. Minute in Führung. Torjäger Robert Lewandowski (80.) und Thomas Müller (90.+1) machten in der Schlussphase alles klar. Zum 16. Mal in Serie gewannen die Bayern damit ihr Auftaktspiel in der europäischen Fussball-Königsklasse. In ihrer Gruppe treffen die Münchner noch auf Tottenham Hotspur und Olympiakos Piräus.

Video: Highlights Bayern - Roter Stern

Mit drei Toren Unterschied: Die Münchner setzen sich deutlich gegen Belgrad durch. (Video: Teleclub)

Bayern München - Roter Stern Belgrad 3:0 (1:0)
SR Madden (SCO). – Tore: 34. Coman 1:0. 80. Lewandowski 2:0. 91. Müller 3:0. – Bayern München: Neuer; Kimmich, Pavard, Süle, Hernandez; Tolisso (65. Martinez), Thiago Alcantara; Perisic (66. Gnabry), Coutinho (83. Müller), Coman; Lewandowski. – Bemerkungen: Bayern München ohne Alaba und Goretzka (beide verletzt). Roter Stern Belgrad ohne Tomane (gesperrt), Gajic, Jevtovic, Jovicic und Rodic (alle verletzt).

Dinamo lässt Atalanta keine Chance

Bergamo tauchte in Zagreb. Dem Schweizer Remo Freuler misslang seine Premiere in der Königsklasse mit dem italienischen Club, der ebenfalls in der Champions League debütierte. Bis zur Pause kassierte Atalanta drei Treffer. Leovac brachte die Gastgeber nach 10 Minuten in Führung. In der 31. Minute erhöhte Orsic und elf Minuten darauf doppelte er sogar nach. Damit sorgte der Kroate bereits für die Vorentscheidung. Freuler wurde nach der ersten Halbzeit ausgewechselt. In der 68. Minute war Orsic zum dritten Mal erfolgreich. In der Schlussphase (ab 83.) durfte auch der Mario Gavranovic noch ran, mit dem Schweizer Stürmer gelang Zagreb allerdings kein weiteres Tor mehr. (ddu)

Video: Highlights Zagreb - Atalanta

Dinamo feiert vier Torerfolge: Dem Schweizer Remo Freuler misslingt die CL-Premiere auswärts mit Atalanta. (Video: Teleclub)

Dinamo Zagreb - Atalanta Bergamo 4:0 (3:0)
SR Jesus Gil Menzano (ESP). – Tore: 10. Leovac 1:0. 31. Orsic 2:0. 42. Orsic 3:0. 68. Orsic 4:0. – Bemerkungen: Bergamo mit Freuler (bis 46.), Zagreb mit Gavranovic (ab 83.).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

rha/hua/ddu/dpa

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