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«Wir haben so manches Abenteuer erlebt»

Der Abschied wurde für Marco Chiudinelli zu einem emotionalen Auf und Ab. Gerne denkt er an die gemeinsame Zeit mit Jugendfreund Roger Federer zurück.

Lassen ihren Gefühlen freien Lauf: Roger Federer und Marco Chiudinelli. (23. Oktober 2017)
Lassen ihren Gefühlen freien Lauf: Roger Federer und Marco Chiudinelli. (23. Oktober 2017)
Georgios Kefalas, Keystone
Roger und Mirka Federer fiebern mit Marco Chiudinelli mit. (23. Oktober 2017)
Roger und Mirka Federer fiebern mit Marco Chiudinelli mit. (23. Oktober 2017)
Georgios Kefalas, Keystone
(23. Oktober 2017)Marco Chiudinelli veabschiedet sich von den Zuschauern nach dem letzten Spiel seiner Karriere an den Swiss Indoors in Basel am Montag, 23. Oktober 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
(23. Oktober 2017)Marco Chiudinelli veabschiedet sich von den Zuschauern nach dem letzten Spiel seiner Karriere an den Swiss Indoors in Basel am Montag, 23. Oktober 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Georgios Kefalas, Keystone
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Der Abschied von Marco Chiudinelli sorgt zum Auftakt der Swiss Indoors für grosse Gefühle. Der 36-Jährige verabschiedet sich zwar mit einer Niederlage, aber so, wie er es sich gewünscht hat.

Auch Roger Federer konnte seine Tränen nicht unterdrücken, als ihn Marco Chiudinelli auf dessen Ehrenrunde umarmte. Sein guter Freund, mit dem er sich schon als Jugendlicher auf dem Platz und an den Wochenenden in Game-Saloons duelliert hatte und mit dem er so manches Abenteuer erlebte. «In Bars zu hängen oder in Discos zu gehen, war nie unser Ding», sagte Chiudinelli. Bis heute könnten sie beide nicht gut tanzen.

Die Nervosität kam doch noch

Doch nicht nur die Umarmung mit Federer, der ganze Abend wurde für Chiudinelli zu einem emotionalen Auf und Ab, auch wenn er sich vor der Partie gegen Robin Haase laut eigener Aussage nicht anders als an einem normalen Matchtag gefühlt hatte. Erst zu Beginn der Partie kam die Nervosität doch noch. «Es war kein einfaches Spiel», so der 36-Jährige. «Physisch war ich aufgrund der Probleme in den letzten Wochen nicht auf dem Damm. Aber immerhin konnten wir im zweiten Satz den Zuschauern etwas bieten.»

Chiudinelli zeigte sich zwar alles andere als zufrieden und glücklich mit seiner Leistung, die positiven Emotionen nahmen nach dem verwandelten Matchball von Haase aber doch noch Überhand: als Heinz Günthardt ihn auf dem Platz interviewte, ein Video mit den Höhepunkten seiner Karriere eingespielt wurde, sich das Publikum zu einer minutenlangen Standing Ovation erhob und er sich bei seinen engsten Personen im Publikum persönlich bedankte. Die Organisatoren hatten es ihm ermöglicht, die besten Freunde und Wegbegleiter einzuladen und vor diesen die letzte grosse Partie zu bestreiten.

«Ich bin einfach dankbar»

Er habe wenig Standing Ovations in seinem Leben erhalten, sagte Chiudinelli später mit einem Schmunzeln. Er fühle sich wie nach einem grossen Sieg, den man unmittelbar danach auch nicht richtig realisieren könne. «Aber es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin einfach nur dankbar.» Den Halbfinal 2009 in Basel gegen Federer sowie der Davis-Cup-Triumph 2014 nannte er im Rückblick seine grössten Erfolge. Er erinnerte aber auch an Momente, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden – seinen ersten Sieg an einem Future-Turnier oder ein Erfolg am US Open in New York gegen Michail Juschni, als er danach in der Garderobe Tränen in den Augen hatte.

Noch wird Chiudinelli das Racket nicht ganz zur Seite legen. In Basel wird er noch im Doppel antreten und im November in Frankreich Interclub spielen. «Aber für mich war heute der Abschied.»

(si)

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