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Wie Piqué den Davis-Cup revolutionieren will

Der Barça-Verteidiger möchte den Event für Top-Spieler wie Federer und Nadal wieder attraktiver machen.

Frankreich: Die Gewinner des Davis-Cups 2017. In Zukunft soll der Nationenwettbewerb wieder eine grössere Bedeutung haben.
Frankreich: Die Gewinner des Davis-Cups 2017. In Zukunft soll der Nationenwettbewerb wieder eine grössere Bedeutung haben.
Keystone

Die erste Runde des Davis-Cups wird seit vielen Jahren nur wenige Tage nach dem Australian-Open-Final gespielt. Deshalb bleibt den meisten Spielern nur wenig Zeit, um von Melbourne in das jeweilige Austragungsland zu reisen und sich im ungünstigsten Fall auch noch an eine neue Unterlage und Zeitzone zu gewöhnen.

Dies ist ein Hauptgrund, wieso die meisten Topspieler wie Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic oder Andy Murray nur selten Davis-Cup spielen. Und auch wenn ihr Land die erste Runde überstehen konnte, nahmen sie meist auch den Rest des Jahres wegen des dichten Turnierkalenders nicht teil. Dadurch verlor der Davis-Cup immer mehr an Bedeutung und kriegte auch noch Konkurrenz von dem von Federer ins Leben gerufenen Laver-Cup.

Man will die Top-Spieler anlocken

Um den Davis-Cup attraktiver zu machen, sollen nun einige Änderungen vorgenommen werden. Der Davis-Cup soll nur noch in einer Woche gespielt werden – dann, wenn normalerweise der Final stattfindet. 16 Teams wären automatisch qualifiziert, und zwei weitere würden von der ITF noch ausgewählt. Das Nationenturnier würde aus einer Gruppenphase bestehen, wo sechs Gruppen mit je drei Mannschaften drei Tage spielen, danach kommen acht Teams weiter in die Viertelfinals. Zwei Einzel würden gespielt und jeweils ein Doppel im «Best of Three»-Format.

Die acht Viertelfinalisten wären zudem bereits qualifiziert für das Turnier des folgenden Jahres. Dazu würden die besten acht Mannschaften, die nicht im Viertelfinal vertreten sind, gegen acht andere Länder um die Teilnahme am nächsten Turnier spielen. Diese acht würden in einer normalen Davis-Cup-Qualifikation Anfang des Jahres bestimmt.

David Haggerty, der Präsident des internationalen Tennisverbandes, denkt, dass die Änderungen mehr Top-Spieler locken, am Davis-Cup teilzunehmen.

«Im November 2018 werden die Spieler wissen, ob ihr Land ein Jahr später im Davis-Cup vertreten ist; so können sie ihn in ihre Pläne einbauen und berücksichtigen. Im Moment wissen die Spieler nur, wo die erste Runde stattfindet, aber nicht, wo eine potenzielle zweite Runde ausgetragen wird, und auf welcher Unterlage. Es sind zu viele Ungewissheiten, welche die Spieler davon abhalten, Davis-Cup zu spielen.»

Murray und Djokovic mit positiven Rückmeldungen

Der neue Event würde von einer Investmentgruppe namens Kosmos gesponsert werden, welche 3 Milliarden über die nächsten 25 Jahre zahlen möchte. Die Gruppe wurde einst von Barcelona-Verteidiger Gerard Piqué gegründet. Er war auch einer der Hauptinitiatoren und schlug seine Idee dem Verband persönlich vor.

«Er hatte einige Gespräche mit Spielern und dem Spielerrat, und alle sind für seine Ideen. Ich habe zwar nicht mit ihnen gesprochen, ich weiss aber, dass Piqué positive Rückmeldungen von Andy Murray und Novak Djokovic bekommen hat», sagte Haggerty.

Die Entscheidung über die Änderungen wird im August an der jährlichen ITF-Versammlung in Florida getroffen. Rund sechs Wochen danach soll der erste Austragungsort bekannt werden. Im ersten Jahr soll der Event auf Hartplatz stattfinden, damit die Top-Spieler nach den ATP-Finals den Belag nicht wechseln müssen.

Diese Änderungen im Davis-Cup sollen nur der Anfang sein. Das langfristige Ziel der ITF is es, auch den Fed-Cup zu revolutionieren und einen ähnlichen einwöchigen Event zu organisieren.

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