Wie Federers Vater Wimbledon erlebt

Robert Federer hofft, dass er heute nicht wieder Pizza vom Kurier essen muss, sondern mit Sohn Roger ans Champions Dinner darf.

«Er kann gegen Cilic auch verlieren»: Robert Federer erinnert sich noch genau an die Niederlage seines Sohns am US Open 2014.

«Er kann gegen Cilic auch verlieren»: Robert Federer erinnert sich noch genau an die Niederlage seines Sohns am US Open 2014. Bild: Keystone

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Roger Federer schafft es in London, sogar jenen Mann zu beeindrucken, der ihn am längsten kennt: seinen Vater. «Ich habe das Gefühl, dass ich ihn noch nie so stark spielen sah wie hier», sagt dieser am Samstag im All England Club. Ehe Robert Federer doch noch einschränkt: «Wenn ich Videos von früher sehe, gibt es allerdings auch da sehr starke Sequenzen, etwa gegen Safin oder Hewitt.» Toll sei aber, wie sein Sohn heute seine Backhand voll durchziehen könne, als Abwechslung zum starken Slice.

Federers Eltern wohnen mit im Haus, das ihr Sohn in der Vergangenheit schon einmal gemietet hatte. Da sei einiges los, sagt der Vater, «die Kinder lockern alles auf und tun ihm gut». Zum Essen sind jeweils auch die Coachs dabei, die in einem anderen Haus wohnen.

Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

«Aber man weiss ja nie...»

Er habe ein ziemlich gutes Gefühl vor dem Endspiel, sagt Robert Federer. «Aber man weiss ja nie, was passiert. Er kann gegen Cilic auch verlieren. Er ist ihm ja schon am US Open unterlegen, als man dachte, er sei klarer Favorit.» Wie viele der bisherigen zehn Wimbledon-Endspiele des Sohnes er live erlebt hat, weiss er nicht mehr. Die ersten beiden hatte er 2003 und 2004 verpasst, nachdem er 2002 bei seinem ersten Besuch auf dem Centre Court gleich die Startniederlage gegen Mario Ancic miterleben musste. «Das war schon eine grosse Enttäuschung.»

Inzwischen hat er bereits mehrere Wimbledon-Triumphe seines Sohnes mitfeiern können. «Ich war auch schon einige Male am Champions Dinner», so Robert Federer. «Das ist schon eine angenehmere Art, den Sonntagabend zu verbringen, als zu Hause den Pizzakurier zu bestellen wie 2008 nach der Niederlage gegen Nadal.»

Dass seinem «Rotschi», wie er ihn nennt, 2017 ein derart phänomenales Comeback gelingen würde, hatte er nicht erwartet. «Es ist schon verrückt, was sein Sieg in Australien ausgelöst hat. Inzwischen kommt auch wieder kistenweise Fanpost.» Überrascht habe ihn auch, dass er seine Topform vom Frühjahr bewahren konnte, obwohl er die Sandsaison ausliess. «Es ist wahnsinnig, wie gut er sein Niveau halten kann.»

2017 – ein Federer-Jahr

Robert Federer ist wie seine Frau noch stark in die RF-Foundation involviert, mit der Tenniskarriere des Sohnes habe er aber fast nichts mehr zu tun. Nervös wird er trotzdem nach allen Jahren immer noch beim Zuschauen, «vor allem, wenn er Breaks zu verteidigen hat». Noch immer sitzt er während der Spiele nicht neben seiner Frau – ausser in der Royal Box, wo sich dies nicht vermeiden lässt. «Es kommt bei ihr jeweils nicht so gut an, wenn ich Roger kritisiere», sagt der Vater und lacht etwas schuldbewusst (SonntagsZeitung)

Erstellt: 16.07.2017, 11:42 Uhr

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