Vormarsch in der Weltrangliste – Bacsinszkys Seriensieg Nr. 15

In Indian Wells siegt die Waadtländerin auch im Achtelfinal. Nun fordert sie die Nummer 1. Eine bittere Niederlage gabs dagegen für Belinda Bencic.

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René Stauffer@staffsky

Timea Bacsinszky weinte und lachte miteinander, als sie auf dem Stuhl sass, ungläubig, das Handtuch vor dem Kopf. «Können Sie überhaupt noch verlieren?» wurde sie kurz darauf von einem TV-Reporter auf Court 3 gefragt. Die Lausannerin hatte ihre Traumserie auf 15 Siege verlängert, und zum 8. Mal musste sie dabei über die volle Distanz. 4:6, 6:1, 6:1 schlug sie diesmal die 20-jährige Jelina Switolina (WTA 29), womit sie heute im Viertelfinal auf Serena Williams trifft, die selber seit 14 Partien ungeschlagen ist. Die bisher einzige Begegnung verlor sie 2010 in Rom 6:7, 1:6.

Gegen die hart schlagende Switolina verlor Bacsinszky drei ihrer ersten vier Aufschlagspiele und den Startsatz in 54 Minuten, ehe sie die Partie zu kontrollieren begann. Sie zermürbte die Ukrainerin aus Odesse, eine frühere Juniorensiegerin in Roland Garros, mit ihrem Variantenreichtum. Kaum einen Ball schlug sie gleich wie den anderen, dauernd änderte sie die Richtung, das Tempo, den Drall. Sie brachte damit die Gegnerin dermassen aus dem Rhythmus, dass sie einmal 14 Punkte in Folge und nach dem 1:1 im zweiten Satz neun Games hintereinander verlor und nach zwei Stunden und vier Matchbällen geschlagen war.

Inspiration von Federer, Lob von Williams

«Ich sah früher Roger Federers Siegesserien, das gab mir Inspiration», sagte Bacsinszy zum Mann mit dem Mikrofon. «Ich versuche einfach immer, den nächsten Punkt zu gewinnen und mich zu pushen. Ich liebe meinen Beruf, ich habe den besten Job der Welt.» Im Vergleich zu Federer und Wawrinka sei sie aber immer noch eine kleine Nummer im Welttennis, hielt sie fest, «aber ich versuche, ihren Spuren zu folgen.» Mit diesem Erfolg stösst die Vaudoise erstmals in die Top 25 vor und hat bereits 112'270 Dollar Preisgeld gesammelt.

Serena Williams, die erstmals seit 14 Jahren in Indian Wells antritt, musste ebenfalls in den dritten Satz, gewann ihn aber sicher gegen Sloane Stephens (6:7, 6:2, 6:2). Auch der Weltranglistenersten sind die Fortschritte Bacsinszkys nicht entgangen. «Sie hat so viel gewonnen, dass ich ihr oft zuschaute. Denn zuhause hing ich oft mit meinem Vater herum, und wir schauten immer den Tennis Channel», erzählte Williams. «Bacsinszky war oft zu sehen, und ich war froh für sie.» Was sie am meisten beeindruckt habe sei, dass sie nie aufgebe. «Sie ist oft im Rückstand, lässt aber einfach nicht locker. Dann wechselst du den Kanal, wechselst zurück, und schon hat sie wieder gewonnen. Das ist eine wunderbare Qualität, die man haben kann.»

Bittere Niederlage für Bencic

Nach Bacsinszky kam Belinda Bencic auf Court 3 zu ihrem Achtelfinal, gegen die Serbin Jelena Jankovic. Die 18-Jährige BB zeigte gegen die Indian-Wells-Siegerin von 2010 (WTA 21) eine feine Leistung, die aber nicht belohnt wurde. In allen drei Sätzen führte sie mit Breakvorsprung, verlor aber nach 2:09 Stunden 3:6, 6:3, 3:6. Besonders bitter war der Entscheidungssatz, in dem sie 3:1 führte und sogar zu einem Breakball zum 4:1 kam, den Jankovic mit einem Winner abwehrte. Ein missratenes Game zum 3:3 brachte die Serbin ins Spiel zurück, worauf sie zu einem fulminanten Schlussspurt ansetzte. Bencic konnte zwar im achten Game vier Breakbälle abwehren, beim fünften war sie aber machtlos, worauf Jankovic den Match souverän ausservierte.

Dank dem Sieg über Caroline Wozniacki und der guten Leistung gegen Jankovic darf Bencic das Turnier dennoch als Erfolg betrachten. Der zweite Satz gegen die Serbin dürfte einer ihrer besten gewesen sein, sie gewann ihn in 45 Minuten, ohne einen einzigen Breakball abwehren zu müssen und mit nur vier unerzwungenen Fehlern. «Ich reise nun mit sehr positiven Gefühlen nach Miami, auch wenn diese Niederlage natürlich sehr schmerzt», sagte Bencic.

DerBund.ch/Newsnet

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