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Vom Wunschgegner zum Albtraum

Eigentlich war Andreas Seppi der Wunschgegner von Roger Federer. Doch es kam alles anders. Der Überraschungssieger erklärt, warum.

«Eine ganz besondere Sache für mich»: Andreas Seppi hat gerade den grössten Sieg seiner Karriere errungen.
«Eine ganz besondere Sache für mich»: Andreas Seppi hat gerade den grössten Sieg seiner Karriere errungen.
Keystone

«Ich würde lieber gegen Seppi spielen», sagte Roger Federer, als er nach seinem Zweitrunden auf die möglichen Drittrundengegner Andreas Seppi und Jeremy Chardy angesprochen wurde. Eine Fehleinschätzung, die man dem Baselbieter nicht verdenken kann, führte er vor dem elften Duell mit Seppi im Head-to-Head doch mit 10:0. Und: Seppi hatte zuvor gegen Top-10-Spieler 23-mal in Folge verloren. Umso glücklicher war er über seinen unerwarteten Triumph in Melbourne.

«Roger zum ersten Mal zu bezwingen und dann auch noch an einem Grand-Slam-Turnier, das ist eine ganz besondere Sache für mich. Zu Beginn bin ich nur auf den Court gegangen, um den Match zu geniessen und mein bestes Tennis zu zeigen», sagte Seppi in der Stunde des Erfolgs. «Ich war sehr ruhig, auch in den wichtigen Momenten, und nach dem ersten Satz fing ich an, an meine Chance zu glauben. Ich denke, das Tiebreak des zweiten Durchgangs war sehr wichtig.»

Und ist Federers früher K. o. in Australien ein Alarmzeichen? Ein Hinweis darauf, dass er wohl nie wieder einen Grand-Slam-Titel gewinnen kann? «Nein», sagt Seppi. «Er spielt immer noch, weil er daran glaubt, noch einmal ein Major zu gewinnen, und daran glaube auch ich. Er ist ein grossartiger Spieler. Ich denke, nicht viele Leute haben ihm zugetraut, dass er 2014 der Nummer 1 noch einmal so nahe kommen kann. Er hat gute Chancen, seine 18. Grand-Slam-Krone zu holen.»

Den kuriosen Matchball, den Federer nicht vollierte, weil er dachte, er würde ins Out segeln, kommentierte Seppi wie folgt: «Es war ein seltsamer Schlag. Am Anfang dachte ich, dass ich nie und nimmer noch an den Ball kommen würde. Als ich ihn schlug, sah ich zunächst nicht, wohin. Erst als er ins Feld sprang, hatte ich ihn wieder im Blick. Das war sicher einer der wichtigsten Schläge meiner Karriere.»

Natürlich ist die Sensation von Melbourne für den Südtiroler auch ein grosser Ansporn, an diesem Turnier ganz weit zu kommen. Das Selbstvetrauen dafür hat er nun auf jeden Fall: «Ich weiss jetzt, dass ich mit sehr schwierigen Situationen und grossem Druck umgehen kann. Vielleicht bin ich ein bisschen reifer auf dem Court, ich kenne mich selbst ein wenig besser.»

Seppis nächster Match ist wieder ein besonderer: Er trifft auf den 19-jährigen Australier Nick Kyrgios, auf dem neben Bernard Tomic die Hoffnungen der einstmals grossen Tennisnation ruhen.

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