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Thriller-Tennis – und dann der Einbruch

Stan Wawrinka hatte gegen Novak Djokovic bis zum fünften Satz alle Chancen auf den Sieg. Doch plötzlich ging nichts mehr.

Entthront: Stan Wawrinka verlässt den Platz als Verlierer – 6:7, 6:3, 4:6, 6:4, 0:6 lautet das bittere Resultat.
Entthront: Stan Wawrinka verlässt den Platz als Verlierer – 6:7, 6:3, 4:6, 6:4, 0:6 lautet das bittere Resultat.
Keystone
Geschafft: Novak Djokovic ballt die Siegerfaust.
Geschafft: Novak Djokovic ballt die Siegerfaust.
Keystone
Keine Zeit für Nettigkeiten: Die beiden Rivalen beim Seitenwechsel.
Keine Zeit für Nettigkeiten: Die beiden Rivalen beim Seitenwechsel.
Keystone
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Titelverteidiger Stan Wawrinka konnte den Exploit des letzten Jahres nicht wiederholen. Damals hatte er sich auf dem Weg zu seinem bislang einzigen Grand-Slam-Triumph im Viertelfinal mit 9:7 im fünften Satz gegen Djokovic durchgesetzt. Nun behielt wieder der Serbe die Oberhand, zum 17. Mal im 20. Duell mit dem 29-jährigen Schweizer.

Für Wawrinka endete am Freitagabend eine Serie von elf Siegen in Melbourne. Das Halbfinal-Aus und die dadurch im Vergleich zum Vorjahr verpassten Punkte werden sich auf die Weltrangliste deutlich auswirken. Wawrinka wird von Platz 4 auf 9 zurückfallen. Die neue Nummer 4 im ATP-Ranking steht bereits fest: Es wird Andy Murray sein, der am Sonntag im Final Djokovic fordert.

Djokovic fand zurück ins Spiel

Zum dritten Jahr in Folge lieferten sich Djokovic und Wawrinka in der Road-Laver-Arena einen Fünf-Satz-Krimi. Dass sich wie 2013 der Favorit durchsetzte, war nicht zwingend. Zu Beginn des letzten Umgangs hätten wohl viele Zuschauer auf Wawrinka als Sieger getippt. Doch Djokovic zeigte einmal mehr auf, dass er die Fähigkeit besitzt, sich aus verworrenen Situationen zu befreien.

Djokovic war nämlich in Satz 4 in ein richtiggehendes Tief geraten. Er vergab eine 2:0-Führung und hatte beim Stand von 2:1 drei Möglichkeiten für einen weiteren Servicedurchbruch. Je länger der Umgang aber dauerte, desto deutlicher dominierte Wawrinka. Er schlug phasenweise Winners aus allen Positionen und verdiente sich mit 6:4 einen Entscheidungssatz.

Dort geriet Wawrinka rasch ins Hintertreffen, nachdem er im ersten Game noch einen Breakball ausgelassen hatte. Am Ende war der Entscheidungssatz, der 2013 und 2014 zwischen den beiden erst in der "Verlängerung" entschieden worden war, eine klare Angelegenheit.

Ein Match voller Schwankungen

Beide Spieler agierten längst nicht immer auf höchstem Niveau, an die Qualität der Duelle der letzten beiden Jahre in Australien kam das 20. Aufeinandertreffen nicht heran. Vor allem Djokovic hatte viele Schwankungen in seinem Spiel, konnte sich aber in den wichtigen Momenten oft wieder aufraffen. Den ersten Satz gewann er, weil er nach einem Breakrückstand aggressiver agierte, und den dritten, weil er den entscheidenden Servicedurchbruch zum 5:4, also zum bestmöglichen Moment, realisierte.

Wawrinka konnte immer wieder Winners aneinanderreihen. Im zweiten und vierten Satz war er der klare Chef auf dem Platz, spielte mit unglaublich viel Druck und fand mit seiner Rückhand fantastische Winkel. Nur die Vorhand war in einigen entscheidenden Momenten nicht auf der Höhe. Insgesamt war das, was der Schweizer zeigte aber mehr als solid. Doch Djokovic ist ein Befreiungskünstler. Das hat er am Freitagabend in Melbourne einmal mehr bewiesen.

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