Tenniscrack Murray parodiert Trump

Mit einem Tweet zeigt der Schotte wieder einmal seinen trockenen Humor – und übertrifft damit sogar den US-Präsidenten.

Für jeden Spass zu haben: Andy Murray kürzlich bei einer Exhibition mit Roger Federer.

Für jeden Spass zu haben: Andy Murray kürzlich bei einer Exhibition mit Roger Federer.

(Bild: Keystone)

Simon Graf@SimonGraf1

Andy Murray hatte lange mit dem Image als Langweiler zu kämpfen. Wohl auch deshalb, weil der Schotte eine solch monotone Stimme hat. Dabei versteckt sich hinter der Fassade ein Mann mit einem Humor, so trocken wie ein Militärbiscuit. Und der kommt gerne via Twitter zum Vorschein. So verbreitete Murray in der Weihnachtszeit 2014 ein Bild von sich, wie er in einem albernen Weihnachtspullover, mit zerzausten Haaren und einem solch ernsten Gesicht dasitzt, dass man fast nicht anders kann, als laut herauszulachen.

Und nun begab sich der 30-Jährige also aufs politische Parkett, mokierte er sich über US-Präsident Donald Trump. In der Nacht auf Samstag setzte der Tenniscrack folgenden Tweet ab: «Die BBC rief gerade an, um zu sagen, ich würde WAHRSCHEINLICH zum Sportler des Jahres erkoren, aber ich müsste zusagen für ein Interview und für ein grösseres Fotoshooting. Ich sagte, wahrscheinlich reiche nicht und lehnte dankend ab!» Einige britsche Onlinemedien nahmen seine Worte zunächst für bare Münze. Dabei hätten sie darauf kommen können, dass Murray, der ein miserables, von Verletzungen geprägtes Jahr hinter sich hat, von Rang 1 auf 16 abgestürzt ist, wohl kaum Sportler des Jahres werden könnte.

Der Hintergrund war ein anderer: US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor einen Tweet abgesetzt mit ähnlichem Wortlaut. Er drehte sich aber natürlich nicht um die BBC, sondern ums «Time Magazine», das ihn zur Person des Jahres habe küren wollen – aber eben nur unter der Bedingung, dass er für ein Interview und ein Fotoshooting zur Verfügung stehe. Man könnte Murrays Tweet auch so interpretieren, dass er der Meinung sei, Trump habe ein ähnlich schlechtes Jahr gehabt wie er.

Seine Parodie verbreitete sich jedenfalls wie ein Lauffeuer. Stand Samstagmittag hatten über 148 000 seinen Tweet geliked, den ursprünglichen von Trump nur gut 110 000. Obschon der US-Präsident über zehnmal mehr Follower hat. Das «Time»- Magazine äusserte sich natürlich auch zu Trumps Vorwurf und hielt fest, dass die Person des Jahres nicht auf diese Weise erkoren werde. 2016 war Trump diese Ehre zuteil geworden. Murray wurde 2013, 14 und 16 zu Grossbritanniens Sportler des Jahres ausgezeichnet.

DerBund.ch/Newsnet

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