Spielt Federer bald unter Wasser?

Ein polnischer Architekt plant in Dubai ein Tennis-Atlantis mit sieben Arenen auf dem Meeresboden.

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Sebastian Rieder@RiederSebastian

Ob am Times Square in New York, auf dem Jungfraujoch im Berner Oberland oder wie vergangene Woche an der Uferpromenade von Istanbul – für die Promotion schwingen die Tennisstars wie Roger Federer ihre Schläger gerne an ungewöhnlichen Orten. Der Kuriosität sind in der Tenniswelt keine Grenzen gesetzt. Vor zwei Jahren duellierten sich Rafael Nadal und Novak Djokovic in Argentinien auf einem Schiff, der weltberühmte Gletscher Perito Moreno diente dabei als eindrückliche Kulisse.

Unvergessen ist die Szene von Roger Federer, als dieser vor zehn Jahren in Dubai auf dem Helikopterplatz des 7-Stern-Hotels Burj al-Arab mit Andre Agassi ein paar Bälle übers Netz zwirbelte.

Das Luxushotel steht mittlerweile im Schatten des 828 Meter hohen Burj Khalifa. Das höchste Hotel der Welt steht nebst dem künstlichen Jumeirah-Archipel symbolisch für das grenzenlose Streben nach Gigantismus. Dubais Herrscher Mohammed bin Rashid al-Maktoum lässt in seiner Stadt keine Wünsche offen.

2006 errichtete der Scheich mitten in der City eine überdimensionale Indoor-Skiarena. Der Ehrgeiz nach architektonischer Protzerei ist auch nach der Finanzkrise 2008 weiterhin ungebrochen. Ein neuer Stadtteil mit über 100 Hotels, dem weltgrössten Einkaufszentrum, einem Freizeitkomplex mit fünf Themeparks, diversen Kunstgalerien und zahlreichen Messezentren sollen Dubai noch mehr Glanz verleihen.

Ein polnischer Architekt namens Krzysztof Kotala will sich die Bauwut des Scheichs nun zunutze machen und sorgt mit einem bizarren Projekt für Aufmerksamkeit. Ein Video zeigt, wie vor der Küste von Dubai auf dem Meeresgrund sieben Stadien mit glasüberdachten Tennisplätzen entstehen sollen. «Diese Idee hat aus kommerzieller Sicht ein unheimliches Potenzial. Das wäre eine echt einmalige Sache», so der 30-jährige Kotala.

Die Unterwasser-Arena: Ein Tennistraum von Architekt Krzysztof Kotala.

Der visionäre Baukünstler dürfte mit seinem Plan beim Scheich offene Türen einrennen. Fraglich ist aber, ob sein Traum vom Tennis-Atlantis tatsächlich umsetzbar ist. Die Glaskuppel über dem Centre Court hätte eine Spannweite von über 30 Metern, müsste in dieser Dimension einen ungeheuren Wasserdruck aushalten und im Extremfall auch einem Erdbeben standhalten können.

Entwürfe für extravagante submarine Bauten sind in den Emiraten kein Novum, als Vorbild dient das Unterwasser-Restaurant Ithaa auf den Malediven. So hat der Scheich von Dubai vor drei Jahren das Hotelkonzept Water Discus ins Leben gerufen: Unterhalb des Meeresspiegels sind 21 Suiten mit Panoramascheiben geplant sowie eine Bar und ein Tauchzentrum. Entworfen hat das futuristische Projekt ebenfalls ein polnisches Architekturbüro, realisiert ist es jedoch bis heute nicht.

DerBund.ch/Newsnet

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