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Sechs Erkenntnisse aus der Saison 2010

Rafael Nadal hat das Jahr geprägt. Roger Federer hat 2010 zwar einen Grand-Slam-Titel geholt, aber auch ein Tief durchgemacht.

2009 hatte Roger Federer in Paris den Karriere-Grand-Slam komplettiert und in Wimbledon mit dem 15.Major-Titel den wichtigsten Rekord im Tennissport gebrochen. Als er dann überzeugend das Australian Open gewann, stellte er fest: «Ich spielte in den letzten zwei Wochen vielleicht das beste Tennis in meinem Leben.» Zu diesem Zeitpunkt war der Baselbieter die souveräne Nummer 1, nichts deutete darauf hin, dass er in ein Tief geraten würde. «Zuerst kam der Lungeninfekt, dann fehlte mir die Spielpraxis, und zuletzt verlor ich mehrere Partien, die ich hätte gewinnen können. Nicht die Niederlagen an sich, aber die Art und Weise nagten etwas an mir», gab Federer vor dem French Open zu. Prompt unterlag er in Paris im Viertelfinal Robin Söderling und schied damit an einem Grand-Slam-Turnier so früh aus wie seit 6 Jahren nie mehr.» Auch Nadals Traumsaison kam ohne Vorwarnung. Nachdem er in Melbourne aufgegeben hatte und über elf Monate ohne Titel geblieben war, startete er in der Sandsaison durch: Der Mallorquiner blieb auf seinem Lieblingsbelag ungeschlagen, setzte sich in Paris, in Wimbledon und dann gleich auch noch erstmals am US Open durch. Er hat mit 24 Jahren bereits alle vier Topevents gewonnen und führt in der Weltrangliste deutlich. Derzeit gibts keine Hinweise dafür, dass sich an seiner Dominanz etwas ändern könnte – aber eben: Vieles ist nicht voraussehbar.
2009 hatte Roger Federer in Paris den Karriere-Grand-Slam komplettiert und in Wimbledon mit dem 15.Major-Titel den wichtigsten Rekord im Tennissport gebrochen. Als er dann überzeugend das Australian Open gewann, stellte er fest: «Ich spielte in den letzten zwei Wochen vielleicht das beste Tennis in meinem Leben.» Zu diesem Zeitpunkt war der Baselbieter die souveräne Nummer 1, nichts deutete darauf hin, dass er in ein Tief geraten würde. «Zuerst kam der Lungeninfekt, dann fehlte mir die Spielpraxis, und zuletzt verlor ich mehrere Partien, die ich hätte gewinnen können. Nicht die Niederlagen an sich, aber die Art und Weise nagten etwas an mir», gab Federer vor dem French Open zu. Prompt unterlag er in Paris im Viertelfinal Robin Söderling und schied damit an einem Grand-Slam-Turnier so früh aus wie seit 6 Jahren nie mehr.» Auch Nadals Traumsaison kam ohne Vorwarnung. Nachdem er in Melbourne aufgegeben hatte und über elf Monate ohne Titel geblieben war, startete er in der Sandsaison durch: Der Mallorquiner blieb auf seinem Lieblingsbelag ungeschlagen, setzte sich in Paris, in Wimbledon und dann gleich auch noch erstmals am US Open durch. Er hat mit 24 Jahren bereits alle vier Topevents gewonnen und führt in der Weltrangliste deutlich. Derzeit gibts keine Hinweise dafür, dass sich an seiner Dominanz etwas ändern könnte – aber eben: Vieles ist nicht voraussehbar.
Keystone
Ein wichtiger Grund für die Dominanz Nadals ist sein verbesserter Aufschlag. Früher hatte er mit dem Service kaum Schaden angerichtet, sondern den Ball nur so ins Spiel gebracht, dass ihn sein Widersacher nicht unter Druck zu setzen vermochte. Er konnte sich das leisten, weil er die langen Ballwechsel beherrschte und ihm regelmässig Breaks gelangen. Aber er musste für jeden Punkt hart arbeiten, was sicherlich dazu beitrug, dass er schon in der Anfangsphase seiner Karriere häufig verletzt oder zumindest angeschlagen war. In dieser Saison hat er beim Aufschlag erheblich Fortschritte gemacht. Einerseits hat er den Griff etwas angepasst und kann dadurch den Ball besser beschleunigen, andererseits serviert er häufiger aggressiv auf den Körper. Auch der zweite Aufschlag des Linkshänders ist effizient geworden. «Du kannst ihn kaum attackieren, weil er dem Ball extrem viel Drall mitgibt», erklärte Murray in London. 2010 hat Nadal 90 Prozent seiner Servicegames gewonnen, damit übertrifft er sogar Federer (89%). Einzig Andy Roddick ist statistisch noch eine Nuance besser. Wenn man um seine Qualitäten als Rückschläger weiss, kann die Dominanz Nadals nicht mehr überraschen.
Ein wichtiger Grund für die Dominanz Nadals ist sein verbesserter Aufschlag. Früher hatte er mit dem Service kaum Schaden angerichtet, sondern den Ball nur so ins Spiel gebracht, dass ihn sein Widersacher nicht unter Druck zu setzen vermochte. Er konnte sich das leisten, weil er die langen Ballwechsel beherrschte und ihm regelmässig Breaks gelangen. Aber er musste für jeden Punkt hart arbeiten, was sicherlich dazu beitrug, dass er schon in der Anfangsphase seiner Karriere häufig verletzt oder zumindest angeschlagen war. In dieser Saison hat er beim Aufschlag erheblich Fortschritte gemacht. Einerseits hat er den Griff etwas angepasst und kann dadurch den Ball besser beschleunigen, andererseits serviert er häufiger aggressiv auf den Körper. Auch der zweite Aufschlag des Linkshänders ist effizient geworden. «Du kannst ihn kaum attackieren, weil er dem Ball extrem viel Drall mitgibt», erklärte Murray in London. 2010 hat Nadal 90 Prozent seiner Servicegames gewonnen, damit übertrifft er sogar Federer (89%). Einzig Andy Roddick ist statistisch noch eine Nuance besser. Wenn man um seine Qualitäten als Rückschläger weiss, kann die Dominanz Nadals nicht mehr überraschen.
Keystone
Nach dem Triumphin Basel hatte Roger Federer erzählt: «Ich bin froh, spüre ich solche Emotionen – das zeigt, wie viel mir der Sport immer noch bedeutet.» Nicht nur, weil er gestern im Final der World-Tour-Finals seinen Rivalen Rafael Nadal bezwang, wurde auch in London offensichtlich, dass im 29-Jährigen noch viel Tatendrang steckt. Der Schweizer strotzte vor Spielfreude und formulierte seine Vorsätze fürs neue Jahr klar und deutlich: «Ich will nicht nur weiterspielen, um dabei zu sein und immer im Viertelfinal auszuscheiden. Ich will weiterhin ein Teil der grossen Showdowns sein.» In Anbetracht seiner Leistungen in der letzten Woche müsste ihm dies gelingen, zumal Annacone kürzlich sagte, Sampras sei im gleichen Alter viel müder gewesen, vor allem emotional. «Bei Federer habe ich das Gefühl, mit einem 22- oder 23-Jährigen zusammenzuarbeiten.»
Nach dem Triumphin Basel hatte Roger Federer erzählt: «Ich bin froh, spüre ich solche Emotionen – das zeigt, wie viel mir der Sport immer noch bedeutet.» Nicht nur, weil er gestern im Final der World-Tour-Finals seinen Rivalen Rafael Nadal bezwang, wurde auch in London offensichtlich, dass im 29-Jährigen noch viel Tatendrang steckt. Der Schweizer strotzte vor Spielfreude und formulierte seine Vorsätze fürs neue Jahr klar und deutlich: «Ich will nicht nur weiterspielen, um dabei zu sein und immer im Viertelfinal auszuscheiden. Ich will weiterhin ein Teil der grossen Showdowns sein.» In Anbetracht seiner Leistungen in der letzten Woche müsste ihm dies gelingen, zumal Annacone kürzlich sagte, Sampras sei im gleichen Alter viel müder gewesen, vor allem emotional. «Bei Federer habe ich das Gefühl, mit einem 22- oder 23-Jährigen zusammenzuarbeiten.»
Keystone
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