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Schnyder wie vor zehn Jahren im Viertelfinal

Nach ihrem Sieg gegen Katarina Srebotnik bestreitet Pattyx Schnyder den siebten Grand-Slam-Viertelfinal ihrer Karriere. Gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa müsste sie einen Exploit schaffen.

Matchball nach zwei Stunden: Patty Schnyder steht zum 7. Mal im Viertelfinale eines Grand-Slams.
Matchball nach zwei Stunden: Patty Schnyder steht zum 7. Mal im Viertelfinale eines Grand-Slams.
Keystone

Die Weltranglisten-15. setzte sich gegen die Slowenin Katarina Srebotnik 4:6, 6:3, 6:3 durch.

Vor zehn Jahren gewann Schnyder erstmals einen Achtelfinal in Flushing Meadows. Damals bezwang sie in der Night Session auf dem Center Court die grosse Steffi Graf in zwei Sätzen. Heute bezeichnet sie den damaligen Coup als einen der schönsten Momente ihrer Karriere. So effektvoll wie der Erfolg gegen die 22-malige Grand-Slam-Siegerin war der Viertlfinal-Vorstoss gegen Katarina Srebotnik (WTA 28) nicht. Die Partie fand «nur» auf dem drittgrössten Platz der Anlage statt, und die Gegnerin war von kleinerem Format.

Doch die Leistung, die Schnyder gegen die Slowenin zeigte, war bemerkenswert. Die Baselbieterin schlug 40 Gewinnschläge und produzierte nur 21 unerzwungene Fehler; ihre Gegnerin wies eine beinahe gleich beeindruckende Statistik auf. Das zweistündige Duell stand auf Messers Schneide, entscheidend war letztlich der Schlussspurt Schnyders. Denn bis zu Beginn des zweiten Satzes sah es nicht nach einem Schweizer Sieg aus. Schnyder lag 4:6 und mit Breakrückstand 1:2 zurück.

Die wegweisende Szene dieser ersten Phase des Spiels war seltsam und hatte Seltenheitswert: Beim Stand von 4:4 wurde Srebotnik - nach einem Volley von Schnyder - vom Ball getroffen und fiel hin. Mit ihrem eigenen Racket verletzte sie sich im Gesicht und blutete leicht. Während die Slowenin den Zwischenfall schnell abhakte, kam «Täterin» Schnyder aus dem Tritt, verlor fünf Punkte in Folge und den Satz.

Schnyders belohnter Mut

Dauerhaft liess sie sich aber weder vom Verlust des ersten Satzes noch durch das frühe Break im zweiten aus dem Konzept bringen. Sie spielte aggressiv, suchte den direkten Punktgewinn und wurde dafür belohnt. Den zweiten Umgang sicherte sie sich dank einem Rebreak und dem Servicedurchbruch zum 4:3. Und gegen Ende der zweistündigen Partie war sie die mutigere der beiden Spielerinnen und gewann die letzten vier Games.

«Die Art und Weise, wie ich gewonnen habe, hat mich gefreut», sagte Schnyder. «Ich bin jetzt seit zehn Tagen hier in New York und nun voll im Turnier. Ich fühle mich sehr gut.» Von Müdigkeit will sie nichts wissen, obwohl sie neben dem Einzel auch Doppel - mit der wiedererstarkten Deutschen Anna-Lena Grönefeld - spielt. Die beiden standen in der 2. Runde gegen Francesca Schiavone und Nadja Petrowa am Samstag bis nach Mitternacht auf dem Court und gewannen nach sechs abgewehrten Matchbällen. Schnyder: «Das sind schöne Emotionen, die mir auch im Einzel helfen.»

Duell gegen Olympiasiegerin

Der Vorstoss in einen Grand-Slam-Halbfinal gelang Schnyder bisher erst einmal, am Australian Open 2004, an dem sie letztlich gegen Kim Clijsters verlor. 1998 scheiterte sie nach dem Erfolg gegen Graf sang- und klanglos gegen Jana Novotna, die damalige Nummer 3 der Welt. Diesmal bekommt sie es mit der Weltranglisten-6. zu tun, Olympiasiegerin Jelena Dementjewa, die noch keinen Satz abgegeben hat und mit ihrem ersten Grand-Slam-Sieg die Spitze der WTA-Rangliste übernehmen würde.

«Dementjewa ist zurzeit sehr stark und fokussiert. Ich habe viel Respekt vor ihr», blickt Schnyder voraus. 16 Mal spielte die Baselbieterin bereits gegen die Russin und gewann sieben Duelle. Doch die Statistik ist trügerisch: Die letzten drei Begegnungen gingen jeweils relativ deutlich an Dementjewa. Nachdem Schnyder in den ersten Runden dem jugendlichen Sturm dreier Teenagerinnen widerstanden hat und im Achtelfinal ihrer Favoritenrolle gegen Srebotnik gerecht geworden ist, braucht sie nun wie 1998 einen Exploit.

si/cal

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