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Scharapowas unglaublicher Komplex

Maria Scharapowa könnte das Frauentennis dominieren, wenn da nicht dieses Problem wäre.

Erstaunlich einseitig: Maria Scharapowa (l.) hat die letzten 15 Duelle mit Serena Williams allesamt verloren.
Erstaunlich einseitig: Maria Scharapowa (l.) hat die letzten 15 Duelle mit Serena Williams allesamt verloren.
Keystone
Zuletzt setzte sich die Russin am 15. November 2004 am WTA-Masters in Los Angeles gegen die Nummer 1 durch.
Zuletzt setzte sich die Russin am 15. November 2004 am WTA-Masters in Los Angeles gegen die Nummer 1 durch.
Keystone
Bis jetzt lacht ihr das Glück: Die Russin überstand in Melbourne alle Prüfungen.
Bis jetzt lacht ihr das Glück: Die Russin überstand in Melbourne alle Prüfungen.
Keystone
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2004 gewann Maria Scharapowa als 17-Jährige zwei grosse Finals gegen Serena Williams: Im Juli fegte sie die Favoritin in Wimbledon mit 6:1, 6:4 regelrecht vom Platz, im November triumphierte sie am WTA-Saisonfinale in Los Angeles nach hartem Kampf mit 4:6, 6:2, 6:4. Seit diesem Match sind 3728 Tage vergangen, in denen Williams gegen Scharapowa in 15 Duellen ungeschlagen blieb. Das ist eine Bilanz, die man zwischen der Nummer 1 und der Nummer 300 der Welt erwarten würde, nicht aber zwischen der Nummer 1 und der Nummer 2. Scharapowa, man kann es nicht anders sagen, hat einen Williams-Komplex.

Im Australian-Open-Final kommt es am Samstag zum insgesamt 19. Duell der beiden. Natürlich mit der US-Amerikanerin in der Rolle der Favoritin. «Ich liebe es, gegen Maria zu spielen, und denke, dass mein Tennis gegen sie gut funktioniert», sagt Williams. Tatsächlich gewann sie nicht nur 15-mal am Stück gegen Scharapowa, sondern tat das auch noch mit eindrücklicher Deutlichkeit: 194:102 Games und 30:3 Sätze weist die Statistik aus. Zehn dieser Sätze gewann die Dominatorin mit 6:0 oder 6:1.

Scharapowas Kampfgeist

Ausgerechnet die US-Presse spekuliert nun aber, dass Williams' Serie reissen und Scharapowa ihren Komplex überwinden könnte. Nicht weil sich die Favoritin in den letzten Tagen mit einer Erkältung herumschlagen musste, sondern wegen der Kämpferqualitäten der Russin. In der 2. Runde musste diese gegen ihre Landsfrau Alexandra Panowa zwei Matchbälle abwehren, liess sich davon aber nicht verunsichern, sondern nahm es als Ansporn. Seither hat sie keinen Satz mehr abgegeben.

Auch Williams weiss um die Zähigkeit ihrer Finalgegnerin und konstatiert: «Maria ist nur noch im Turnier, weil sie eine grosse Kämpferin ist und niemals aufgibt. Gegen mich hat sie nichts zu verlieren.» Sie selbst stehe auch nicht unter Druck, sie habe das Turnier ja schon mehrmals gewonnen, fügt die 18-fache Grand-Slam-Siegerin hinzu. Williams, inzwischen auch schon 33 Jahre alt, befindet sich aber in einem Wettlauf mit der Zeit, will sie Steffi Grafs Open-Era-Bestmarke von 22 Major-Titeln noch verbessern. Ein wenig Druck ist also schon da.

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