Zum Hauptinhalt springen

Roger Federers Zeichen alter Klasse

Der Titelverteidiger überzeugte am US Open erstmals und liess Radek Stepanek auf dem Weg in die Achtelfinals keine Chance. Nun scheint der Weg in die Halbfinals frei.

An diesem wolkenlosen und warmen Labor-Day-Sonntag, an dem sich die Fans auf der Tribüne des riesigen Ashe-Stadions mit Fächern kühle Luft verschafften, setzte Roger Federer die Schweizer Erfolgsserie in New York fort. Dabei vermochte er in seinem dritten Auftritt erstmals höheren Ansprüchen zu genügen: Beim 6:3, 6:3, 6:2 gegen Radek Stepanek (ATP 30) spielte er über weite Strecken wie an seinen besten Turnieren - und die Fans dankten es mit viel Applaus.

Vielleicht hing es damit zusammen, dass der Baselbieter im Gegensatz zu den ersten zwei Runden nicht auf ihm unbekannte Südamerikaner, sondern auf einen Gegner traf, den er nur zu gut kennt und um dessen Gefährlichkeit er wusste. Gegen den Tschechen, mit 29 Jahren der älteste verbliebene Spieler am US Open, hatte er noch im Mai in Rom 6:7, 6:7 verloren, obwohl er meist überlegen gewesen war. Das sollte ihm nicht noch einmal passieren. Federer[0] war von Beginn an voll da, und er konnte die Partie früh in die gewünschte Richtung lenken - zumal er seine Breakchancen viel konsequenter packte als zuletzt gegen den Brasilianer Thiago Alves.

Ein paar «ausserordentliche Schläge»

«Ich habe sehr gut serviert und passiert, und auch mit meiner Fussarbeit bin ich zufrieden», sagte Federer. «Dazu glückten mir einige ausserordentliche Schläge, wenn ich sie brauchte.» Eine solche Partie gebe ihm viel Vertrauen: «Dass ich nun dreimal ohne Satzverlust gewonnen habe, zeigt, dass ich in Form bin.» Federer konnte sofort auf 3:0 und 4:1 wegziehen, musste darauf aber überraschend das Rebreak hinnehmen, als Stepanek die erste seiner zwei Breakchancen verwertete. Der Weltranglistenzweite konterte souverän und verlor vom 4:3 zum 6:3 nur noch einen Ballwechsel. Auch den zweiten Satz, in dem er als Aufschläger nur drei Punkte abgab, beendete Federer mit einem Zwischenspurt vom 2:3 zum 6:3, womit er nach knapp einer Stunde mit 2:0 Sätzen führte. Mit einem herrlichen Returnwinner stellte er im dritten Durchgang auf 3:1, worauf er die Partie mit einem weiteren Break nach nur eineinhalb Stunden beendete. Es war der fünfte und klarste Sieg gegen Stepanek, und Federer[0] streckte erleichtert die rechte Faust in den Himmel.

Auch wenn der aggressive und offensive Tscheche auf einen schwachen Sommer zurückblickt und vor dem US Open drei Startniederlagen aneinandergereiht hatte, dürfte Federer[0] der 30. Sieg in Serie in Flushing Meadows die nötige Sicherheit verschaffen für den weiteren Turnierverlauf. Er hat nun zum 18. Mal in Serie die Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers erreicht - und die Chancen stehen gut, dass er es wie an den vorangegangenen 17 dieser Turniere auch mindestens in den Halbfinal schafft. Frühestens dort könnte er wieder auf einen Gegner treffen, gegen den er schon verloren hat. In den Achtelfinals wird ihm morgen Dienstag der Russe Igor Andrejew (ATP 23/Bilanz 1:0) gegenüberstehen, der in New York auch noch keinen Satz abgegeben hat, in den Viertelfinals Nikolai Dawidenko (12:0) oder Gilles Muller (2:0). Der Qualifikant aus Luxemburg (ATP 130) schaffte es, Nicolas Almagro nach einem 0:2-Satzrückstand noch zu bezwingen.

Rendezvous mit Tiger Woods

Federer scheint seinen Turnierrhythmus nun gefunden zu haben - was nicht einfach war, da er in den ersten sechs Turniertagen nur drei Partien bestritt, die erste unter Flutlicht. «Die Spielbedingungen waren diesmal gleich wie bei meiner vorangegangenen Partie, mit Sonne und Wind, und das half mir auch», sagte er. «Ich bin nun in einer guten Position, fühle mich auch nicht mehr müde.» Ob er mit diesem Sieg einige Leute beeindruckt habe oder nicht, interessiere ihn nicht. «Was hier zählt, ist der Turniersieg.» Und Federer[0] hat da auch noch eine spezielle Verabredung, wie er gestern verriet: Golfstar Tiger Woods habe ihm angekündigt, er sei am kommenden Sonntag im Final wieder im Stadion, um ihn anzufeuern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch