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Nadal sagt Goodbye – zur Saison

Der leidgeplagte Spanier war im Basler Viertelfinal chancenlos, Federer brillierte und trifft nun auf Karlovic.

Zu viele körperliche Gebrechen, um in den Halbfinal vorzustossen: Rafael Nadal verabschiedete sich nach enttäuschender Leistung. (Foto: Urs Jaudas)
Zu viele körperliche Gebrechen, um in den Halbfinal vorzustossen: Rafael Nadal verabschiedete sich nach enttäuschender Leistung. (Foto: Urs Jaudas)

Rafael Nadal hat mit den Jahren gelernt, lernen müssen, mit Verletzungen und anderen körperlichen Gebrechen umzugehen. Er ist wohl auch in dieser Disziplin Weltklasse. Deshalb präsentierte er sich gestern Abend, nur eine halbe Stunde nach dem ernüchternden 2:6, 6:7 gegen den kroatischen Teenager Borna Coric, bereits wieder erstaunlich gefasst. Er habe gewusst, dass in Basel der Tag der Niederlage kommen werde, sagte er. Zu schlecht habe er sich nach den Problemen der letzten Monate, der Hand­gelenkverletzung und der Blinddarm-entzündung, gefühlt. «Ich bin einer, der antritt, um Turniere zu gewinnen», sagte er – und presste seine Lippen zusammen. «Nicht, um in den Viertelfinal zu kommen. Deshalb ist nun der Tag, um Goodbye zu sagen zur Saison.»

Der Spanier hatte diese Entscheidung schon vor einer Woche getroffen, aber noch nicht kommuniziert. Er hätte sich am liebsten schon nach Shanghai den Blinddarm operativ entfernen lassen und die Saison abgebrochen. «Aber die Ärzte sagten mir, dass das Risiko ­einer Infektion wegen meiner hochdosierten Antibiotika zu gross sei. Deshalb musste ich warten.» Und deshalb kam er also auch seiner Verpflichtung nach, in Basel zu spielen. Am 3. November wird nun der Eingriff erfolgen, Nadal hofft, dass er gegen das Jahresende hin gut genug erholt ist, um noch einen geordneten Aufbau für die nächste Saison zu machen. Bis zur Blinddarm-Operation will er nun noch seinen offenbar auch lädierten Rücken behandeln lassen. «Das dauert sechs Tage und ist sehr schmerzvoll», blickte er voraus.

«Es macht keinen Sinn mehr»

Es sei, obschon er gerne in Paris und London gespielt hätte, eine einfache Entscheidung gewesen, die beiden Turniere auszulassen. «Es macht keinen Sinn mehr», sagte er kopfschüttend. «In Paris kann ich vielleicht einen Match gewinnen. Und in London, wo die Besten spielen? Man kann sich etwa vorstellen, wie das rauskommen würde.» Schon 2008 und 12 hatte er das ATP-Finale verpasst.

Nadal verhehlte nicht, dass die ­letzten Monate schwierig gewesen seien für ihn. Er bereue es aber nicht, in ­Basel ­gespielt zu haben. «Ich versuchte mein Bestes, war sehr professionell in jedem Training, hatte die richtige Einstellung.» Man darf es ihm in der Tat hoch anrechnen, dass er nicht nur die Pflicht erfüllte, sondern sich auch ­neben dem Platz anstrengte, mehrere längere ­Interviews gab. Nach drei Teilnahmen hat er an den Swiss Indoors nun eine 2:3-Bilanz. Die möchte er gerne noch korrigieren. «Ich hoffe, es nächstes Jahr besser zu machen», sagte er. Sein Dreijahres-Vertrag mit dem ­Turnier läuft 2015 aus.

Jedem Verlierer steht auch ein strahlender ­Sieger gegenüber. Der 17-jährige Coric schaffte es gegen Nadal, ihn immer wieder in längere Ballwechsel zu verwickeln, ihn in Bedrängnis zu bringen. Mit einer Wildcard angetreten, steht der junge Mann aus Zagreb nun plötzlich im Halbfinal. Es habe ihm viel geholfen, dass er im letzten Dezember von Nadal zu einer Trainingswoche auf Mallorca eingeladen worden sei. «So wusste ich, wie sich sein Spin anfühlt.» Wie ruhig der Kroate seinen grössten Sieg einfuhr, war aber schon bemerkenswert.

Federer wehrte vier Satzbälle ab

Im Halbfinal der Jungen (14.30 Uhr) trifft Coric auf David Goffin (23), in jenem der Routiniers wird Roger Federer (33) von Ivo Karlovic (35) gefordert. Der Baselbieter zeigte sich im hochklassigen Viertelfinalduell gegen Grigor Dimitrov auf dem Weg zum 7:6 (7:4), 6:2 nervenstark. Bei 5:6 wehrte er bei eigenem Aufschlag mit angriffigem Spiel vier Satzbälle ab, einen mit ­einem Ass beim zweiten Service und einen mit Service-Volley. Im zweiten Satz blickte er nicht mehr zurück.

Gegen Karlovic darf er sich wieder einmal auf ein Aufschlaggewitter einstellen. Es ist bereits ihr 13. Duell – Federer verlor nur 2008 in Cincinnati. Dabei bestritten die beiden schon 15 Tiebreaks (12:3 für Federer). «Ich muss mich bei seinem Aufschlag einfach für eine Ecke entscheiden und hoffen, es ist die richtige», sagte er schmunzelnd. «Es ist wie beim Penalty im Fussball.» Federer hat zum Glück die Reflexe eines guten Goalies.

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