Murray weint um drei Uhr morgens hemmungslos

Emotionen nach langer Nachtschicht: Andy Murray muss am ATP-Turnier in Washington bis tief in die Nacht hinein leiden. Danach fliessen die Tränen.

Schöne Szenen: Kaum hat man Andy Murray so emotional gesehen.

Am Ende schleppte sich Andy Murray leicht hinkend und mit ausdrucksloser Miene über den Centre Court in Washington. Jubeln mochte er vor den noch knapp drei Dutzend Zuschauern nicht mehr. Dennoch überstand sein hart geschundener Körper die Strapazen, der Schotte gewann den Achtelfinal gegen den Rumänen Marius Copil (ATP 93) 6:7, 6:3, 7:6. Erst nach dem Handshake, um drei Uhr morgens, kamen die Emotionen.

Die Hüfte hat gehalten

Murray vergrub sein Gesicht im Handtuch und begann hemmungslos zu weinen. Zwei Minuten lang. Ohne Unterbruch. Die Szene zeigte, wie viel dem Briten der Sieg und die Rückkehr auf den Tennis-Court bedeuten. Der 31-Jährige, der wegen einer schweren Hüftverletzung ein Jahr aussetzen und sich sogar einer Operation unterziehen musste, befindet sich immer noch im Aufbau. Die Bewegungen sind noch nicht rund, das Vertrauen noch nicht vollständig zurück.

Bereits die ersten beiden Spiele in Washington, die ersten auf Hartbelag seit eineinhalb Jahren, hatten ihm viel abverlangt. Doch Murray, aktuell nur noch die Weltnummer 832, bestand die Tests und gewann sogar das britische Duell gegen Kyle Edmund (ATP 18).

Im Achtelfinal gegen den hartnäckigen Copil musste Murray erneut ungemein lange kämpfen. Nicht nur begann die Partie erst um Mitternacht, sie dauerte über drei Stunden an. Doch der dreifache Grand-Slam-Sieger behielt trotz Satzrückstands die Nerven und im entscheidenden Tiebreak die Oberhand. Und seine Hüfte hat gehalten. Für Murray ist es ein Zeichen, dass er wieder bereit ist, zu kämpfen.

Nicht viel Zeit zum Erholen

Mit dieser Vorgeschichte ist verständlich, dass Murray nach der Partie diesen emotionalen Zusammenbruch erlitt. Viel Zeit zum Erholen bleibt ihm jedoch nicht. Bereits in der Nacht auf morgen muss er zum Viertelfinalspiel gegen den Australier Alex de Minaur (ATP 72) antreten. Unabhängig vom Ausgang dieser Partie dürfte Murray bereits jetzt mit seinem bisherigen Turnierverlauf zufrieden sein.

nry

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