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Küng ist finanziell selbsttragend

Die Mutter, Angelika, war bereits am Dienstag aus Thailand zurückgeflogen. Der Vater, Martin, war derweil nach Australien vorausgereist. Dort wird Leonie Küng in den nächsten drei Wochen drei ITF-Turniere bestreiten, zwei in Perth und eines in der Nähe von Melbourne. Und so kam es, dass sie in Hua Hin auf dem Weg in den Final nur vom früheren Verbandstrainer Rolf Bühler betreut wurde, der inzwischen in Thailand lebt.

Die Karriere von Leonie Küng ist weiterhin ein reines Familienprojekt. «Meine Frau und ich geben beide 50 Prozent unseres Pensums, um Leonie auf die Tour begleiten zu können», sagte der Vater gestern in einem Telefoninterview aus Perth. «Das ist ein Vollposten, da ist man 48 Wochen im Jahr unterwegs.»

Der 57-jährige Veterinär ist daran, sich beruflich aus seinem Bauernhof im schaffhausischen Beringen zurückzuziehen und seinen Pferdehof zu verkaufen. «Wegen meines Alters, und weil keine meiner drei Töchter den Betrieb übernehmen will», sagt er. Die 17-jährige Lisa, die Nummer 51 der Schweiz, beginnt bald ein Tennis-College in Utah.

Sponsor Fromm sprang ab

Obwohl Leonie Küng bisher offiziell erst 82420 Dollar Preisgeld eingespielt hat, könne sie ihre Reisen und Spesen inzwischen decken, sagt der Vater. «Sie ist finanziell selbsttragend. Dank der Preisgelder, der Hilfe der Ausrüster, von Swiss Tennis und der Sporthilfe.» Auch diverse Interclubeinsätze bringen der nationalen Meisterin Geld. Dennoch schmerzte es sie, dass der Zürcher Unternehmer Reinhard Fromm vergangenes Jahr beschloss, wie Stan Wawrinka auch sie nicht mehr zu unterstützen.

Fromm sei halt nicht überzeugt von ihrem Familienprojekt, sagt Martin Küng. Für ihn ist aber klar, dass dieses für die Tochter passt. «Dass die Familie dabei ist, ist das Wichtigste. Auch Federer oder Thiem haben sie immer dabei.» Leonies Vorstoss in der Weltrangliste erleichtert auch den Alltag ihrer Eltern. «Dieser Rang reicht für Qualifikationen und sogar einige Hauptfelder kleinerer WTA-Turniere», sagt der Vater. Und nun könne sie auch wieder ihre geliebte Rasensaison bestreiten. «Letztes Jahr kam sie dort nicht einmal in die Qualifikationen.» (rst)

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