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«Ich hoffe, der Physio will keinen freien Tag»

Roger Federer sagt im Interview, warum er über die volle Distanz musste und wo es derzeit klemmt.

Froh, zweimal gut schlafen zu können: Roger Federer.
Froh, zweimal gut schlafen zu können: Roger Federer.
Keystone

Wie fühlte sich Ihr Rücken im Match gegen Michail Juschni an? Ist alles okay?

Ja, alles gut. Ich fühlte mich besser als in der ersten Runde, darüber bin ich glücklich. Es drehte sich in diesem Match nicht um den Rücken. Was gut ist. Es war einfach ein Kampf. Ich bin sehr, sehr happy, dass ich durchgekommen bin.

Wenn Ihr Rücken kein Problem war, drehten sich Ihre Probleme dann darum, Ihr Timing zu finden?

Es ist ganz logisch, dass mir der Rhythmus fehlt nach dieser Vorbereitung, in der ich beinahe keine Returns hatte spielen können. Dann bist du im Match einfach anfälliger auf Schwankungen. Und die Marge ist auf diesem Niveau gering. Wenn du dich nicht optimal fühlst, ein Break bekommst oder einen Satz abgibst, wird es automatisch ein anderer Match. Und Juschni schaffte es, sich zu steigern. Er spielte phasenweise sehr gut. Dann musste ich seinen Schwung wieder stoppen. Zum Glück ist mir das gelungen. Ich gewann, weil ich fitter war. Das ist immer ein gutes Gefühl.

Video: So knapp wurde es für Federer

Der Schweizer machte einen 1:2-Satzrückstand wett. (Tamedia-Webvideo/SRF)

Sie führten 6:1, 5:3, was passierte dann?

Er hätte nie auf 1:1-Sätze ausgleichen dürfen. Wenn ich den zweiten Satz hole, gewinne ich in drei oder vier Sätzen. Ich weiss nicht mehr genau, was bei 5:4 passiert ist. Aber ich hatte heute etwas Mühe, in den entscheidenden Momenten an die richtigen Orte zu servieren. Gegen Ende des zweiten Satzes wurden meine Beine auch etwas langsamer, es fehlte mir die nötige Explosivität. Plötzlich konnte ich ihm nicht mehr wehtun, und er merkte es und entspannte sich. Er begann, besser zu spielen, auch besser zu retournieren. Und auf einmal war ich in einem Match drin, in dem ich gar nicht hätte sein sollen.

Behinderte Sie der Rücken bei der Rückhand?

Nein. Ich fühlte mich nicht eingeschränkt. Das Timing war einfach nicht immer da. Und ich hatte Mühe, den kurzen Ball zu erkennen und sofort zu attackieren. Aber das wird kommen. Es war heute schon besser als im ersten Match. In der ersten Runde hatte ich nicht gewusst, auf welches Niveau ich kommen kann. Heute wusste ich: Ich habe noch einen weiteren Gang. Oder zwei. Die Frage war einfach: Kann ich den höheren Gang einlegen? Ich glaubte stets, dass ich dies noch schaffen würde. Und so kam es dann auch. Ich bin zuversichtlich, dass es ab jetzt nur noch besser wird. Ich habe jetzt schon viel gespielt, einen gewissen Rhythmus gefunden. Und nun geht es weiter gegen Feliciano Lopez, den ich auch schon gut kenne. Das wird mir entgegenkommen.

Sie haben nun schon zehn Sätze gespielt. Mehr, als Ihnen lieb sein kann. Verändert das Ihre Vorbereitung?

Nicht gross. Ich werde nun mit einem Linkshänder trainieren. Aber nicht sehr lange. So, wie an Grand Slams üblich. Hier geht es auch darum, sich zu erholen. Besonders jetzt, nach diesen beiden Matches. Ich liege wohl noch etwas länger auf dem Massagetisch als sonst. Und ich muss noch mehr darauf achten, dass ich gut schlafe. Es ist gut, dass es noch nicht so spät ist. So habe ich zwei gute Nächte. Die Routine zwischen den Spielen ist immer recht ähnlich. Jetzt muss der Physio einfach etwas mehr arbeiten. Ich hoffe, er will keinen freien Tag. (lacht)

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